Wetter 2018 – Sturm und Regen kommen. Doch etwas ändert sich:

Frau in Regen und Wind, User: Ben_Kerckx
Frau in Regen und Wind, Quelle: pixabay

Ha! Sie haben auf diesen Blogbeitrag geklickt! Das freut mich, wollte ich Sie doch auch einmal mit diesen typischen Überschriften ködern, die nicht viel verheißen.

Doch keine Sorge. So gänzlich sinnentleert ist die Überschrift dennoch nicht.

(»» Direkt zur Zusammenfassung)

Doch um Sie nicht zu lange auf die Folter zu spannen folgt das Unwichtigste zuerst. Was ändert sich? Ganz einfach, im geraden Jahr wechseln Hochs und Tiefs bei uns in Deutschland ihre Geschlechter. Und darum heißt das erste Tief des Jahres 2018 ALJA, vergeben von der Aktion Wetterpate. Ach, und bevor ich es vergesse, wünsche ich Ihnen an dieser Stelle erst einmal alles Gute für das neue Jahr!

Doch wir waren gerade bei der holden, wilden Weiblichkeit dieses Tiefs. Diese ALJA ist eine relativ ausgedehnte und robuste, doch eher behäbige Dirigentin unseres künftigen Wettergeschehens, die sich in den kommenden Tagen südwestlich an Island vorbei langsam auf Schottland zubewegt. Für die sich anbahnende Sturm- und Regenlage hierzulande sind mehrere kleine Randtiefs wesentlich wichtiger, die ALJA um sich herumschleudert, als wäre sie eine alte russischen Hammerwerferin. Das erste Randtief macht sich bereits von Frankreich kommend auf den Weg, um etwa über die Mitte Deutschlands ostwärts zu ziehen. Das bedeutet für die Regionen südlich des Tiefs, dass Sie eine ziemlich windige Nacht mit klappernden Fensterläden vor sich haben werden. So sieht das französische ARPEGE Modell:


Prognose Böen in km/h, einstündig in der Nacht vom 01. auf den 02.01.2018 vom hoch aufgelösten AROME Vorhersagemodell

Sturm, erste Runde kommende Nacht

Wie Sie sehen, liegen die Windspitzen im Süden zwar im teils unangenehmen Bereich, der kleine Äste abbrechen kann, aber selten irgendetwas ist, über das man sich groß Gedanken machen müsste. Nur für den Fall, dass Sie vielleicht schon die Weihnachtsbäume nach draußen gelegt haben, sollten Sie diese vielleicht absichern, damit diese nicht auf die Straße geschoben werden. Technisch gesprochen wird es dabei zu stürmischen Böen kommen, vereinzelt vielleicht auch zu Sturmböen. Anders sieht es im Hochschwarzwald aus, hier sollten Sie auch mal mit Böen jenseits der 100 km/h rechnen, und das haut den Schnee dann doch mal in größeren Gebinden auf die Straßen (für Genaueres lohnt sich immer ein Blick auf die Warnkarte). Begleitet davon regnet es vor allem in der Mitte Deutschlands wieder teils für längere Zeit, sonst nur hier und da ab und zu. Schnee fällt dabei nur im höheren Bergland.

Sturm und Regen vor allem am Mittwoch

Weihnachtsbäume sichern!

Kommen wir nun zu dem nächsten Randtief, das bis Mittwoch über die Nordsee kommend zur Deutschen Bucht ziehen wird. Dieses scheint in Sachen Sturm und Regen noch etwas mehr in petto zu haben. Allerdings gibt es dabei noch einige Unsicherheiten, die zu klären wären. Das wäre neben der genauen Zugbahn dieses Tiefs noch die Frage, ob aus der Kaltfront im Süden Deutschlands noch eine Welle werden kann. Wenn dies der Fall ist, dann könnte es dann vor allem im Süden Deutschlands sturmtechnisch heftiger werden, dann könnte es auch im Flachland häufiger schwere Sturmböen im Bereich 100, vereinzelt auch 110 km/h kommen, aber auch sonst sind bei kräftigeren Schauern in Deutschland vereinzelt Böen dieser Größenordnung möglich. Im Bergland sind dann Orkanböen unterwegs. Mit anderen Worten: Größere Bäume können stürzen, und Menschen, die schon „Knut“ feiern und ihre losen Weihnachtsbäume an die Straße legen, könnten diese später ganz woanders wiederfinden. Aber nicht nur im Süden, insgesamt wird das ein ziemlich windiger Mittwoch mit Sturmböen werden, an der Ostsee ist der Höhepunkt dann erst die Nacht zum Donnerstag.


Prognose Böen in km/h, einstündig vom Abend des 02.01. bis zum Morgen des 04.02.2018 (Dienstagabend bis Donnerstagmorgen) vom ARPEGE Vorhersagemodell

Im Süden, wo der Tiefausläufer schleifend und wellend liegen bleiben könnte, wäre dann auch länger anhaltender und kräftiger Regen mit von der Partie, nur im Bergland mit schwankender Schneefallgrenze auch Schnee. Und dabei kämen dann ganz ordentliche Niederschlagssummen zusammen, die dann in Folge auch die Hochwassersituation verschärfen könnten. Besonders anfällig hierfür ist mal wieder der Westrand des Schwarzwaldes. Aber Sie merken schon: Ganz schön viel Konjunktiv für eine konkrete Warnung.

Zusammenfassung:

Passen Sie also auf vor:

Sturm

Kommende Nacht (zum 02.01.18) im Süden, allerdings meist nicht kritisch.

Am Mittwoch ziemlich verbreitet mit umherfliegenden Dingen und abknickenden Ästen, den Nordosten erst am Donnerstagmorgen erreichend, vor allem im Süden, sonst aber vereinzelt auch bei kräftigen Schauern schwere Sturmböen und orkanartige Böen, dementsprechend Probleme durch umgestürzte Bäume und umherfliegende Weihnachtsbäume am Straßenrand.

Regen

Ab sofort von Westen her vor allem in der Mitte Deutschlands, aber auch eher einfach nur ungemütlich und nicht dramatisch, sonst nur gebietsweise und ab und zu.

Am Mittwoch von Westen her häufig und teils länger anhaltend nass, mit Durchzug der Front vorübergehend auch kräftig und vereinzelt mit Blitz und Donner, nachfolgend hier und da noch kräftige Schauer (vor allem dann auch mit Sturmböen-Gefahr, teils auch Windspitzen um und über 100 km/h!).

 

Nun reicht Ihnen das immer noch nicht, und Sie wollen es ganz genau wissen? Dann schauen Sie am besten immer wieder auf der Warnkarte der UWZ vorbei, oder Sie gehören zu den Smartphonebefürwortern und nutzen eine entsprechende Warn-App. Frohes Gepuste!

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