Was sind Wetterleuchten?

Es gibt ja ständig irgendwelche Begriffe, die man ständig verwendet. Und irgendwann fragt man sich dann, was sie überhaupt genau bedeuten. Und weiß es nicht. Kennen Sie das? Nun, ich möchte Sie jetzt von einem Steinchen dieses Alltagsballastes befreien, indem ich Ihnen erkläre, was es mit den Wetterleuchten auf sich hat.

Praktischerweise sind es ja auch genau die Begriffe, die Sie dann in Ihre Suchmaschine eingeben in Hoffnung auf schnelle und klärende Antwort. Und in diesem Fall darf ich Sie beglückwünschen: Wetterleuchten sind derart einfach zu erklären, wie man die Existenz von Chemtrails widerlegen kann. Ich warne Sie aber gleich: In beiden Fällen bleibt ein leicht fader Nachgeschmack, da Sie jeweils viel mehr dahinter vermutet hatten. Also: Was sind Wetterleuchten? Die Definition ist kurz und knapp:

Wetterleuchten sind Blitze, von denen Sie nur das Licht, aber nicht die Struktur wahrnehmen.

So. Das war’s. Fertig. Sehen Sie? Jetzt sind Sie enttäuscht.

Es liegt aber keinesfalls in meiner Absicht, Sie zu enttäuschen, und darum möchte ich doch noch etwas ausholen dazu.

Wetterleuchten sind Blitz-Lichter

Man sieht solche Wetterleuchten am besten in typisch sommerlichen Nächten. Der Tag war dann warm, vielleicht etwas schwül, und die Sonne hat neben ein paar größeren Quellwolken geschienen. Im Radio haben sie im Wetterbericht gesagt, dass einzelne Schauer oder Gewitter möglich sind. Sie haben erleichtert, süffisant lächelnd oder auch mit Ärger auf die Wetter-App klopfend festgestellt, dass Sie von diesen Gewitter nicht das kleinste Bisschen mitbekommen haben. Keine Ahnung, diese so genannten Meteorolügen. Nun ja.

Sie sitzen nun also auf Ihrer Terrasse, die Luft ist lau, und Sie lassen ihre Augen über die weitläufigen Landschaften am Rande oder jenseits Ihres Anwesens wandern (wahlweise auch über das Dach der Plattenbausiedlung auf der anderen Straßenseite). Und: Huch! Was ist das? Da wurde es doch gerade hell am Himmel? Und ein paar Sekunden später schon wieder?

Was Sie sehen, das sind die angesagten Gewitter. Nur sind diese nicht an Ihrem Ort, sondern deutlich weiter von Ihnen entfernt entstanden. Die entsprechenden Gewitterwolken sind Türme, die hoch in die Atmosphäre ragen. Sie können aber die Blitze nicht sehen, da sie keine freie Sicht auf sie haben. Wohl aber sehen Sie die Helligkeit dieser Blitze, Blitz-Lichter im wahrsten Sinne des Wortes.  Einen Donner hören Sie auch nicht. Man sagt, dass man einen Donner nur bis etwa 18 Kilometer weit hören kann und er danach im allgemeinen Umweltrauschen verschwindet. Sprich: Der Schluckauf der nächsten Ameise ist dann lauter als die Schallreste dieses Donners in der Ferne. In Wetter-Geek-Foren erzählt man sich allerdings auch im Extremfall von Wahrnehmungen von über 40 Kilometern und mehr.  Ich kann nicht nachvollziehen, ob der Wahrheitsgehalt dieser Aussage eher homöopathisch oder ernst zu nehmen ist. Sollten Sie entsprechend mal etwas aus einer solchen Entfernung gehört haben, können Sie ja in den Kommentaren darüber berichten.

Für die zweite Form der Wetterleuchte muss das Gewitter nicht so weit entfernt sein. Denn es gibt ja nicht nur Blitze, die von der Wolken-Unterkante zum Boden reichen. Sondern Blitze können sich auch innerhalb einer Wolke entladen, da ja die Ladungen zwischen Wolkenbasis und Wolkenoberkante verschieden sind. Das sieht dann etwa so aus:


Wetterleuchte innerhalb einer Wolke. Lizenz: CC-by-sa-3.0

Das ist jetzt nicht gerade Material, mit dem man eine Spezialsendung füllen kann, nicht wahr? Sei’s drum, ich würde mich freuen, falls Sie mal Erfahrungen mit Wetterleuchten gemacht haben, dass Sie diese auch der werten Leserschaft via Kommentarfunktion zur Verfügung stellen könnten. Nur zu!

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.