Wochen-Wettervorhersage Deutschland (KW 9, 26.2. bis 2.3.08)
Schön war die Woche, zumindest in der Südhälfte Deutschlands. Etwas turbulenter zeigte sich das Wetter dann ja an Nord- und Ostsee, beziehungsweise überhaupt im Osten Deutschlands.
Wie geht es nun weiter? Nicht mehr ruhig und schön, die Wettervorhersage wird eher häufig mit den Worten wolkig und windig verziert sein. Immerhin: das “mild” retten wir noch größtenteils in diese Woche mit hinüber, interessant dürfte es dann aber für das Wochenende werden, denn es steht ja ein kleiner Wetter-Umschwung an, wie ich bereits andeutete.
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Was möchte uns das Wetter-Trendbild für diese Woche sagen? Direkt betrachtet: die Regenbogen-Wahrscheinlichkeit steigt. Das liegt daran, dass Regenbogen bei Schauerwetter auftritt, wenn Regen und Sonne sich abwechseln. Es wird also deutlich unruhiger in der Wetterküche, und das liegt daran:

Windgeschwindigkeit in 9 km Höhe. Quelle: MeteoGroup
Hier ist die Prognose der Windgeschwindigkeit in ca. 9 km Höhe dargestellt. Die Bilder sind im 24-Stunden-Abstand. Selbst, wenn Sie sich mit diesen Karten nicht auskennen, sehen Sie jedoch zum Wochenende dieses dicke rosafarbene Biest vom Atlantik heranrauschen. Das bedeutet, wir kommen in den Bereich des stärksten Jetstreams, ein Starkwindband in der Höhe. Diese Höhenwinde können bei Schauern und Gewittern auch als kräftige Böen bei uns ankommen, wie wir vom vergangenen Freitag noch eindrucksvoll in Erinnerung haben. Mit anderen Worten: zum kommenden Wochenende sollten wir uns schon mal die Unwetter-Warnungen genauer ansehen.
- Dienstag, 26. Februar 2008: Carmelita ist nicht die schönste im Ort (frei nach Marius Müller-Westernhagen). “Carmelita” heißt das Tief, das uns am Dienstag besucht. Sie hat auch schon wieder ein paar starke bis stürmische Böen im Gepäck, besonders wieder nördlich von Baden-Württemberg und Bayern. Der Regen erreicht dabei bis zum Abend alles vom Rhein bis zur Elbe und Saale, mit anderen Worten: vom südlichen Brandenburg über Ostthüringen bis Sachsen und Bayern bleibt es noch meist trocken, hier scheint auch noch die Sonne ganz gut. Höchsttemperaturen: 11°C in Hamburg, 13°C in Köln, 16°C in München und 17°C in Cottbus.
- Mittwoch, 27. Februar 2008: …und es pustet weiter. Jetzt kommt die angesprochene “kalte Seite” des Tiefs. Hier sind dann eher noch ein paar Schauer unterwegs, besonders in Küstennähe, im Osten und am Alpenrand. Dazu sollten Sie auch in der Nordosthälfte Deutschlands einzelne Sturmböen einplanen. Im Bergland kratzen die Spitzenböen auch wieder an der 100 km/h-Marke. In Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz ist es dagegen meist trocken bei einem aprilwettrigen Mix aus Sonne und Wolken. Maximal erreichen wir 8°C in Schwerin, 10°C in Berlin, 12°C in Karlsruhe und 9°C in München.
- Donnerstag, 28. Februar 2008: Durchatem-Pause. “Zwischen den Fronten”, diesen Ausdrück dürfen Sie wörtlich nehmen. Der Wind hat sich gelegt, dabei ziehen besonders über Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern einige dichtere Wolken mit ein paar Regentropfen, während sich sonst aber auch häufig die Sonne durchsetzen kann und es trocken bleibt. Maximal 10°C in Paderborn, 11°C in Potsdam, 11°C in Stuttgart und 12°C in Freiburg.
- Freitag, 29. Februar 2008: Erster Akt des Wochenend-Spektakels. Nun geht es los: in der Nacht zum Freitag erreicht uns schon von Westen einiges an Regen, und dieser Regen verbreitet sich tagsüber quasi überall in Deutschland. Der Wind nimmt etwas zu, pustet aber noch schön gleichmäßig. Die Sonne dürfte nur noch hier und mal kurz zu sehen sein, meist ist es grau. Maximal erreichen wir 7°C in Schwerin, 10°C in Köln und 11°C in München.
Samstag, 1. März 2008: Der Frühling beginnt spannend. Jedenfalls für Meteorologen. Der massive Höhenwind ist jetzt über uns (siehe Grafik oben), und außerdem erreicht uns von Norden die Kaltluft. Das bedeutet, dass es ziemlich ungemütlich werden kann mit dem Wind, besonders in Küstennähe sind wieder Unwetter-Warnungen möglich. Wie kräftig es aber wirklich wird, das kann und sollte man erst einen Tag vorher prognostizieren. Jedenfalls: Augen auf. Dazu wechseln sich schnell Sonne und hohe Wolken ab, und teils kräftige Regen- und Graupelschauer gehen nieder. Im Süden Deutschlands sieht es aus heutiger Sicht eher nach schauerartigem Regen aus. Die Temperaturen erreichen am Rhein und an der Donau noch einmal 10 bis 11°C, in Bremen noch 7°C und in Köln 9°C.
[Nachtrag, 27.02.]: mittlerweile ist es relativ sicher, dass wir es mit einem ordentlichen Orkan zu tun bekommen. Größte Vorsicht! (Hier mehr über den drohenden Orkan)- Sonntag, 2. März 2008: Nass und windig. In der Osthälfte haben wir es mit einem Mix aus Sonne und Wolken zu tun, während von Westen dichtere Wolken schon wieder neuen Regen bringen. Ab dem höheren Mittelgebirge ist auch, besonders nachts, Schneeregen möglich. Der Wind ist immer noch spürbar, aber nicht mehr so kräftig wie am Samstag. Höchsttemperaturen: 8°C in Dresden, 9°C in Berlin, 10°C in Halle an der Saale und 12°C im Europapark Rust.

Jetzt noch die Vorhersage für Föhn, und ich wäre rundum zufrieden.
Vielleicht wäre das ja mal einen eigenen Artikel wert.
Kommentar by Daniel W. — 26. Februar 2008 @ 2:38
Eine Föhnvorhersage? Das ist doch nur aus eigenem Interesse, oder?
Du hast aber Recht, der Föhn ist einen eigenen Artikel wert. Und sehr, sehr schwer vorhersagbar.
Ich werde mal versuchen, einen Föhnexperten als Gastautor zu gewinnen. Danke für den Tipp!
Kommentar by Frank Wettert — 26. Februar 2008 @ 14:51
Ja, eigenes Interesse.
Du kriegst dann dafür ein Breitexklusivfoto von den Alpen aus 120 km Entfernung. Wenn ich zum Föhn in Bayern bin und nicht arbeite.
Kommentar by Daniel W. — 26. Februar 2008 @ 19:00
Eine Föhnvorhersage…klingt interessant und ist bestimmt schwierig. Weniger schwierig ist es vorherzusagen was in München bei Föhn passiert.
Autofahrer mutieren zu rücksichtslosen Rowdys und zwar alle, jung wie alt, männlich wie weiblich, als hätten sie keine Kinderstube genossen. Fussgänger rempeln sich übrigens genauso an! Die meisten Leut sind grantig, die einen weil Ihnen der Schädel platzt und keine Tablette hilft, die anderen weil sie es nur mit Grantlern zu tun haben, das wirkt dann ansteckend. Als wären nur noch damische unterwegs.
Aber es gibt auch gutes über den Föhn zu berichten, abgesehen von den traumhaften Alpenbildern! Wer es sich einrichten kann sollte an einem Föhntag raus aufs Land fahren, dort wo die Seen sind. Sich an einem der schönen Seen in die Wiesn schmeissen und den Herrgott einen guten Mann sein lassen. Dann in den Biergarten und bei einem gepflegten Masserl Bier den Föhntag ausklingen lassen. Meistens dauert der Föhn eh nicht sooo lange.
Münchner Kindl aus Hamburg und bekennende Föhnvermisserin!
Kommentar by Karen — 27. Februar 2008 @ 16:53