Wochen-Wettervorhersage Deutschland (KW 3, 18.1. bis 24.1.10)
Willkommen in der Arena! Denn in dieser Woche wird ein Gefecht ausgetragen: Milde Luft aus dem Westen kämpft gegen kalte Polarluft aus dem Osten. Das bedeutet ein Hin und Her zwischen Regen und Schnee. Und ich muss Sie gleich auf eines hinweisen: Das bedeutet auch, dass die Temperaturprognose wacklig wird. Gerade, wenn Sie in der Mitte Deutschlands wohnen, denken Sie sich also ein Intervall um meine Prognose der Höchsttemperatur von ein paar Grad. Oft gaukelt die Wettervorhersage nämlich mehr Sicherheit vor, als physikalisch möglich ist. Ein Thema, das ich bei meinem Extremwetterkongress-Vortrag aufgreifen werde. Zunächst aber zu Ihrer Wettervorhersage:
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In dieser Woche kämpft der Frost aus dem Osten gegen milde Meeresluft - an der Grenze ist Glatteis möglich!
- Dienstag, 19. Januar 2010: Geschmuddel. Ein weiterer Tag ohne Sonne. Berlin begann am Montag mit Tag Nr. 13 und hat damit den traurigen Rekord von bisher 11 aus den fünfziger Jahren deutlich hinter sich gelassen. Grau ist es aber auch andernorts, nur in Richtung Südbaden, Oberschwaben und Oberbayern können Sie sich auf einen teils freundlichen Tag freuen, wenn der Nebel Platz macht. Ansonsten ist das Geschmuddel des Deutschen Arbeitseinstellungs Diener, auf dass er auch noch ob des Wetters mürrisch dreinblicken möge. Und um dem Gemurre ein Sahnehäubchen zu verleihen, bekommt er in Richtung Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen auch Regen und Schneeregen, in Richtung Thüringen, Sachsen-Anhalt, Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Franken auch etwas Schnee auf die Haube. Die Temperatur klettert dabei nur bis auf -1°C in Greifswald, aber immerhin 2°C in Berlin, 3°C in Leipzig, 4°C in Paderborn, 5°C in Düsseldorf und 2°C in Freiburg im Breisgau. Tropf, tropf. Zurück.
- Mittwoch, 20. Januar 2010: Ostfrost. Während der Wind am Mittwoch wieder auf Ost dreht, sickert damit auch wieder die entsprechende Luft bei uns ein. So wird es von Osten her im Tagesverlauf eher kälter. Nur im Westen bleibt es bei auch abends noch bei Tauwetter, wobei es in Richtung Allgäu teils richtig freundlich aussieht, auch sonst gibt es in Alpennähe immer die besten Chancen auf etwas Sonne. Ausnahme ist das Markgräfler Land, da hier das nächste Tief ankommt und damit auch mit etwas Regen oder Schneeregen eindeckt. Ansonsten gibt es kaum noch etwas von oben, das typische trübe Grau bleibt dem Großteil Deutschlands dabei erhalten. Die Temperaturen liegen im Osten am Morgen bei maximal -2°C in Frankfurt an der Oder, 0°C in Potsdam und 2°C in Dresden, dann wird es allmählich kälter. Anders sieht es westlich aus mit maximal +3°C in Frankfurt am Main, +3°C in Nürnberg, +4°C in Bielefeld und +5°C in Lahr. Zurück.
- Donnerstag, 21. Januar 2010: Grau, grau, grau… sind die Farben an diesem Tag, jedenfalls hauptsächlich. Ein paar Chancen auf Wolkenlücken gibt es in Richtung Sauerland, Ruhrgebiet und Niederrhein in Nordrhein-Westfalen und im Bayerischen Wald. Dies haben wir vor allem der Windrichtung zu verdanken, die hier bei Ost bis Südost liegt, sodass die Mittelgebirge auf der dem Wind abgewandten, also Leeseite, eventuell ein paar Löcher reißen können. Ansonsten bleibt es immerhin weitgehend trocken, wenn auch teils mal wieder trübe bei uns. Enorm ist der Temperaturunterschied in Deutschland. Die Höchstwerte (beachten Sie die eingangs erwähnte Unsicherheit) liegen ungefähr bei +2°C in München, -7°C in Berlin, -5°C in Magdeburg, 0°C in Paderborn, +6°C in Offenburg und +3°C in Düsseldorf. Zurück.
- Freitag, 22. Januar 2010: Von Frieren nach regnen - ca. 200 km. Die Luftmassengrenze in Deutschland scheint sich beeindruckend zu entwickeln. Ems - Weserbergland - Thüringer Wald - Bayerisches Vogtland, das scheint ungefähr die Frostgrenze für das Flachland zu sein. Nordöstlich davon wird es immer kälter, südwestlich davon bleibt es ähnlich mild. Und da kommt auch schon wieder ein Tief vom Rhein her an, und das bringt etwas Sprühregen mit, der teils auch mal mit Schnee vermischt sein kann. Das bedeutet besonders im östlichen Niedersachsen und Schleswig-Holstein Gefahr von gefrierendem Sprühregen, also bitte besonders auf Glätte achten an diesem Tag. Weiter als bis zur Weser in NRW beziehungsweise zur Elbe in Niedersachsen kommt der Regen oder Schnee aber nicht, östlich davon dürfte es meist trocken bleiben. Sonne? Na ja, erwarten Sie nichts. Ein bisschen was ist in Alpennähe und Thüringen möglich. Die Temperaturen dabei liegen bei maximal -9°C (!) in Neubrandenburg, dagegen sind +5°C in Freiburg im Breisgau möglich. Dazwischen liegt der Rest: Maximal +1°C in München, -5°C in Dresden, -3°C in Halle an der Saale, +3°C in Essen, -3°C in Bremerhaven und +3°C in Köln. Zurück.
- Samstag, 23. Januar 2010: Die Sonne blinzelt! Am Samstag merkt man dann, dass die Luft aus Russland nicht nur kalt, sondern auch trocken ist, denn die Sonne wird sich häufiger durch den Nebel und Hochnebel kämpfen können, und wahrscheinlich beendet Berlin seine bisher längste sonnenscheinfreie Zeit seit Aufzeichnungsbeginn. Meist bleibt es dabei auch trocken und bleibt richtig kalt. Die Temperaturen liegen bei frostigen -8°C in Potsdam, -5°C in Dresden, -1°C in Landshut, -2°C in Kassel und +3°C in Bonn. Zurück.
- Sonntag, 24. Januar 2010: Der Kampf geht weiter. Die milde Meeresluft ist nur noch im Westen spürbar, der Rest bleibt aber hartnäckig im Dauerfrost. Rechnen Sie am Sonntag mit einem teils freundlichen, teils nebligen Tag, nur in Richtung Saar wird es grau zugehen, und hier ist etwas Schneeregen möglich. Östlich der Elbe ist der Frost brutal mit maximal -10°C (!!!) in Berlin, -9°C in Schwerin, -5°C in Halle, -2°C in München, -6°C in Hannover, -1°C in Münster und +3°C in Heidelberg. Bedenken Sie bei der Temperatur immer auch die Unsicherheit. Zurück.
Servus Frank,
vielen Dank für den Wetterbericht, für diese Woche. Wir im Voralpenland haben ,diesen Winter ,die Sonne im Überfluss. Ich würde mich freuen wenn wir mal ein paar Tage keine Sonne hätten; während die Berliner wahrscheinlich sich nach unserer Sonne verzehren würden. Das Tauwetter hat uns auch schon wieder voll im Griff
Insgesamt würde ich dem Winter an den Nordalpen eine 4+ bis 3- geben. Aber ich habe noch Hoffnung auf den Februar.
Viele Grüße und servus
Roland
Kommentar von Roland — 18. Januar 2010 @ 19:54
Bin ja mal gespannt, ob deine Vorhersage zutrifft. Für morgen gibts ja auch Daten für meine Heimatstadt.
Kommentar von Matthias — 18. Januar 2010 @ 21:26
@Roland,
Hallo und gern geschehen. Du hast Recht, was uns Berliner angeht: Nach 2 kompletten Wochen ohne Sonne (gab es noch nie seit den regelmäßigen Aufzeichnungen ab 1951) wird man allmählich mürbe. Aber es geht schon, am Nordpolarkreis sieht es noch viel länger dunkel aus. Ich habe übrigens die gleiche Hoffnung für den Februar. Ich glaube, dass die Alpen eine späte, weiße Entschädigung bekommen werden.
@Matthias,
..dafür habe ich heute extra nochmal nachgesehen und die Höchsttemperatur um einen Grad nach unten korrigiert. Ich gehe eher von leichtem Dauerfrost für Greifswald aus. Überhaupt steht Dir dann ja eine herb-kalte Wetterphase bevor.
Weiterhin viel Spaß
Frank
Kommentar von Frank Wettert — 19. Januar 2010 @ 6:35
Wie kommt es eigentlich, dass wir hier (in BaWü) seit geraumer Zeit fast keine Sonne mehr zu sehen bekommen? Und die große Frage: Wird es immer grauer, oder kann man auch mal damit rechnen, zwei Tage Sonne am Stück zu bekommen??? Irgendwie macht mich das mittlerweile zweimonatliche Grau recht depressiv!
Kommentar von Sebastian — 19. Januar 2010 @ 16:09
Hallo,
kannst du mir jemand sagen welche Großwetterlage wir momentan haben (Mitte Jan 2010)?
Handelt es sich das Hoch Fennoskandien?
Und warum gibt es dieses Jahr (und letztes) so viel Schnee im Vergleich zu 2008 und den Jahren davor (ganz allgemein)?
Wäre super wenn du mir antworten könntest.
Liebe Grüße
Susanne
Kommentar von Susanne — 19. Januar 2010 @ 16:48
Lieber Frank, Du lässt unser schönes Mecklenburg und Vorpommern in Deinen Vorhersagen immer etwas weg. Möchtest Du den Südländern verheimlichen, dass in M/V beste Bedingungen für Ski und Rodel vorherrschen? - Die “kommende Eiszeit” lässt wohl aus der Ferne grüßen?!
Somit ist alles beim Alten: Auf den Nebenstraßen in der Meck. Seenplatte liegen, bei -1,5°C Tagesmittel immer noch 10 bis 15 Zentimeter Schnee. Und im Bordstein, zwischen den Autos, sind es 45- 60 Zentimeter festgefrorener Matsch. Was am Tage wegtaut kommt in der Nacht wieder hinzu und wir gehen nicht mehr davon aus, dass sich hier das Winterwetter bis Anfang Februar noch spürbar ändern wird.
Jedenfalls kann ich mir nicht vorstellen; wie der ganze Schnee bei möglichen -6°C in den kommenden Tagen, wegtauen soll.
Überigens: Im der aktuellen FOCUS Ausgabe sind zwei spannenende Beiträge zum angehenden Klimawandel.
Liebe Grüße aus Mecklenburg
Eure Eiszeit
Kommentar von Eiszeit — 19. Januar 2010 @ 20:18
Hallo Susanne,
die Wetterlage heißt aktuell Südostlage, antizyklonal.
Grund für den Schnee waren gleich mehrere Tiefs von Westen und Osten. Einige zogen über das Mittelmeer etwas weiter nordöstlich, wobei sich die feucht-milde Luft mit der kalten Festlandsluft mischte und von hier den Schnee brachte. Kurz danach erreichte dann ein weiteres Tief vom Atlantik her den Nordwesten Deutschlands. So gab es Schnee von Ost und West, durch den ständigen Einfluss polarer Luftmassen taute dieser dann auch in der Mitte und im Osten kaum weg.
Gruß
Frank
Kommentar von Frank Wettert — 20. Januar 2010 @ 12:10
Hallo “Eiszeit”,
das stimmt ja so auch wieder nicht. Zum Beispiel erwähne ich ständig Eure schöne Hauptstadt Schwerin. Und gerade in der Vorhersage für Dienstag ist auch Mecklenburg erwähnt. Aber vielen Dank für die ergänzenden Hinweise!
Frank
Kommentar von Frank Wettert — 20. Januar 2010 @ 12:11
Danke Frank für deine Antwort.
Wie lange schätzt du haben wir die antizyklonale Südlage noch und was könnte darauf folgen?
Liebe Grüße
Susanne
Kommentar von Susanne — 25. Januar 2010 @ 10:19
Hallo Susanne,
das hat sich mittlerweile geklärt. Die Lage wird ab Mittwoch ersetzt durch einen Trog Mitteleuropa. Dementsprechend wird es wechselhaft weitergehen…
Kommentar von Frank Wettert — 25. Januar 2010 @ 21:43