Wochen-Wettervorhersage Deutschland (KW 24, 10.6. bis 15.6.08)
Jetzt ist also die Schafskälte in jeder Wettervorhersage. Bevor Sie Woll-Fussel bekommen, erkläre ich Ihnen das schnell: die Schafskälte ist ein mit beinahe 90-prozentiger Wahrscheinlichkeit eintretender Kälterückfall um den 11. Juni herum.
Da das Festland sich schneller erwärmt als das Meer, steigt die Luft über dem Land auf. Und wo Luft unten fehlt, da muss sie von den “Seiten” nachgeführt werden. Da die kalte Luft also über dem Meerwasser absinkt, ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass sie dann von Norden und Nordwesten, also über die Nordsee, wieder Deutschland erreicht.
Gleichzeitig ist Mitte Juni die Zeit, in der die Schafe das erste Mal geschoren werden. Schafschur und Kälte: schon haben wir die Schafskälte. Und sie kommt in diesem Jahr extrem pünktlich.
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Neugierde ist keine rein menschliche Eigenschaft.
- Dienstag, 10. Juni 2008: Schwitzende Schafe in voller Wolle. Der Großteil Deutschlands freut sich über schöne warme Luft und ziemlich kräftig bratender Sonne. Im Süden, besonders in Südbaden sind einzelne Wärmegewitter möglich, aber sonst ist Freibadhüpfen angesagt, von oben kommt nichts. Nur in Richtung Nord- und Ostsee tauchen die ersten größeren Wolken auf, der Wind bekommt Tempo und die Temperaturen gehen zurück. Daher maximal 20°C in Oldenburg, 25°C in Köln, 28°C in Berlin und 27°C in München. Zurück.
- Mittwoch, 11. Juni 2008: Zitternde Nordseeschafe gegen entspannt geschorene Bayernschafe. Wirklich überpünktlich zum Stichtag arbeitet sich die Schafskälte weiter nach Deutschland vor. Dichte Wolken tauchen bis zum frühen Nachmittag von den Küsten bis etwa zu einer Linie Köln - Magdeburg - Berlin vor. Vom Rhein bis zur Unstrut und Saale bis nach Sachsen scheint die Sonne, und Sie können sich freuen, meist ohne Schauer über die Schafsweide zu hüpfen, etwa südlich der A6 fängt dann die Zone mit Schauern und Gewittern an (dieser Wetterbericht sollte zusammen mit Google Maps genossen werden). Höchsttemperaturen liegen bei nur noch 16°C in Bremen, 19°C in Schwerin, 23°C in Berlin und 26°C in Mannheim. Zurück.
- Donnerstag, 12. Juni 2008: Schafig und kalt. Zum Arbeiten könnte der Tag kaum besser sein: Schöne klare Luft ist da, und es gibt einen schönen Wechsel von Sonne und Wolken. Es sei denn, die Alpen sind nicht zu weit weg. Dann ist der Himmel eher grau und es gibt auch eine größere Prise gewittrigen Regen dazu. Aber sonst ist das ein Sonne-Wolken-einzelne Schauer Mix, der sich sehen lassen kann. Erfrischende 21°C in Berlin, 16°C in Köln, 16°C in Stuttgart und 19°C in München sind mit dabei. Zurück.
- Freitag, 13. Juni 2008: Freitag, der 13.! Aber nicht beim Wetter. Zugegeben, wir haben schon schönere Sommertage in diesem Jahr gehabt. Aber man muss es auch so sehen: Wo die Temperaturen nicht so hoch sind, ist die Unwettergefahr auch niedriger, zumindest was diese angeht, die von Gewittern zu erwarten wäre. Am freundlichsten ist es im Nordosten, hier gibt es auch nur einzelne Schauer, deutlich dichter liegen die Wolken in Richtung Nordrhein-Westfalen und Bayern zusammen, womit auch hier häufiger mal was Nasses vom Himmel kommen kann. Die Höchsttemperatur liegt bei 17°C in Hamburg, 15°C in Paderborn, 16°C in Nürnberg und 16°C in Konstanz. Zurück.
- Samstag, 14. Juni 2008: I love Rückseitenwetter, so etwas wollte ich mir schon immer auf mein T-Shirt schreiben. Auf die Rückseite natürlich. Denn Sie werden an diesem Tag bemerken, was ich meine. Schöne, klare, kalte Luft, tiefer Schlaf in der Nacht bei einstelliger Temperatur, ein paar einzelne Schauer und dazwischen etwas Sonne. Könnte es schöner sein? Für manche vermutlich schon, aber auf diesen Samstag freue ich mich! Wir erreichen maximal erfrischende 20°C in Berlin, 20°C in Magdeburg, 18°C in Köln und 17°C in Freiburg im Breisgau. Zurück.
- Sonntag,15. Juni 2008: Osten verwüstet. Tja. Sollte nicht irgendwas Überraschendes kommen, dann mache ich mir doch wirklich Sorgen um die ostdeutsche Landwirtschaft. Denn richtig dicke Schauer waren bisher nicht so richtig dabei, und auch jetzt sieht es eher selten nach einem Regenguss aus. Nur weiter im Westen und Süden, dort, wo die Büsche eh in saftigem Grün stehen, gibt es wieder häufiger was auf die Mütze. Am dichtesten sind die Wolken am Alpenrand, daher ist auch hier am meisten Regen dabei. Je mehr es zu den Küsten geht, desto mehr Sonnenstrahlen bekommt man auch ab. Maximal erreichen wir 18°C in Konstanz, 18°C in München, 21°C in Magdeburg und 22°C in Berlin. Zurück.
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