Winterprognose 2009/2010
Und wieder ist es allerhöchste Zeit, sich Gedanken über den kommenden Winter zu machen. Ich möchte Ihnen meine Gedankengänge zu den frostigen oder nicht frostigen Vorgängen der kommenden Monate dabei nicht verschweigen. Sind Sie zum wiederholten Male mein Leser, so heiße ich Sie nicht nur ebenso freudig willkommen wie die Neulinge, sondern künde gleich an, dass Sie viel Bekanntes wiedertreffen werden. Wie könnte also der Winter 2009/2010 werden?
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Kein Ruhmesblatt für die Langfristmodelle
Gerade derzeit ist es besonders schön, über diese so genannten Langfrist-Prognosen zu schreiben. Warum? Weil ein Blick in die vergangenen zwei Monate deren Leistungsfähigkeit in voller Erbarmungslosigkeit aufzeigt. Beispiel: Kein einziges der von mir gesichteten 10 Vorhersagemodelle sagte im September einen kühlen Oktober voraus. Also nicht nur, dass die Temperaturabweichung in °C weit außerhalb des Akzeptablen lag, nicht einmal die Tendenz wurde erkannt.
Dann kamen die Vorhersagen für den November, und wie ist dort der aktuelle Stand? Dr. Marco Radke-Fretz hat für Berlin 13 Monatsprognosen vorliegen und diese nach Qualität gewichtet. Dabei kommt ein gewichteter Mittelwert für +0,9°C für die Hauptstadt zum Vorschein. Was wurde am 26.11.2009 beobachtet? +3,3°C! Sprich: Aus einem “etwas zu mild” in der Prognose wurde ein rekordverdächtiges Wärmeereignis, immerhin stimmt hier wenigstens die Tendenz.
Was lernen wir?
Ich möchte verdeutlichen, wie Sie die Leistungsfähigkeit der Langfristprognosen einzuschätzen haben. Mein Tipp an Sie wäre: Lesen Sie sie ruhig, vergleichen Sie, aber bitte mit einer Haltung, mit der Sie auch das tägliche Horoskop in der Zeitung lesen. Deshalb nicht zuviel hineininterpretieren. Zu viel Ernsthaftigkeit und Penibilität ist bei einer Langfristprognose wirklich nicht angesagt. Das Wetter ist nach wie vor zu unberechenbar, und mit einer Prognose auf Monate im Voraus lehnt man sich weit aus dem Fenster. Immerhin beschränken sich derartige Prognosen nur auf Trends wie “wärmer/kälter als normaler” “mehr/weniger Niederschlag als normal”. Eine Vorhersage für weiße Weihnacht oder nicht werden Sie daher bisher an dieser Stelle mit Sicherheit vermissen.
Zur Sache - Die Winterprognose
Man sollte sich daher weniger auf Karten mit schönen rot oder blau gefärbten Flächen verlassen, sondern einfach auf Wetterlage und Bauchgefühl achten. Schön finde ich daher die Idee auf dem Wetter-Center Blog, vergangene ähnliche Jahre zu vergleichen. Diejenigen, die dabei einen kühlen Oktober und sehr warmen November zu verzeichnen hatten, brachten meist einen milden Dezember und kühlen Februar, wobei man für den Januar keine Aussage destillieren kann. Das entspricht auch meiner Einschätzung, dass bei einem derartigen Start in den Winter der Schnee meist lange auf sich warten lässt, bis der flächendeckend erscheint, um dann spät und unverhofft zuzuschlagen.
Mittlerweile stimme ich da also sogar mal mit der Prognose des CFS-Modells überein, die nach der Vorhersage vom 26. November einen für Deutschland leicht zu milden Dezember und einen kühlen Januar und Februar vorhersagt.

Monatsprognose des CFS-Modells, Dezember 2009 bis Mai 2010
Ob dann die Kälte tatsächlich bis in den Mai hinein anhält, bleibt abzuwarten, wie alles andere auch. Und vergessen Sie nicht: Hier geht es nur um eine grobe Tendenz. Selbst bei einem leicht zu milden Dezember sind ein paar Tage mit Schnee möglich. Es bleibt noch genug Raum für Überraschungen…
Ich hoffe, die Kälte hält nicht bis Mai, freu mich jetzt schon wieder auf Sommer, aber trotzdem hoffe ich, dass es diesen Winter mal wieder viel Schnee geben wird.
Kommentar von Michi — 29. November 2009 @ 10:22
Hallo Michi,
die Voraussetzungen für Schnee sind jedenfalls vorhanden. Jetzt müssen nur noch die Hochs und Tiefs noch etwas optimaler ziehen, dann wird das schon. Der Winter kommt noch!
Gruß
Frank
Kommentar von Frank Wettert — 30. November 2009 @ 6:08
Ursache für den kühlen Oktober und den milden November war doch, dass sich die Tiefs hübsch auf der Stelle drehen . Je nachdem, ob man auf der Vorder- oder Rückseite liegt, ist es halt anhaltend wärmer oder kälter. Wenn das im Dezember so bleibt, können wir mit einigen Überraschungen rechnen?
So eine richtige Westwetterlage, wo sich Tiefs mit Zwischenhoch-Keilen abwechseln, dann immer mal die Kaltluft von Norden rein…waren doch meist bestimmend für diese Jahreszeit? Irgend wie vermisse ich das dieses Jahr…
PS: Sollte das CFS recht behalten, wäre es in diesem Jahr das erste mal
MfG
Kommentar von Wetterfrosch — 30. November 2009 @ 19:20
Hallo Wetterfrosch,
in der Tat ist keine zonale Strömung in der Zukunft zu finden, also keine Westwetterlage. Das genau gibt aber Anlass zur Hoffnung. Im Mittel rechnen viele Modellläufe die Tiefdruckgebiet weit in Südwesteuropa.
Da die wirklich kalten Winter nie plötzlich hereinbrachen, sondern anschlichen, sieht es für mich in diesem Jahr hoffnungsvoll aus, auch wenn ich mir Einzellösungen mit einem Hoch Fennoskandien ansehen, das dann die bereit stehende Kälte mit östlichen Winden zu uns bringen könnte.
Ich würde gerade in dieser Saison die Hoffnung nach wie vor nicht aufgeben.
Zu CFS: Das wäre schön. Weil wenn es nie Recht behalten würde, dann würde ja stets das Gegenteil stimmen. Ernsthaft: Ich kenne überhaupt kein Modell, das statistisch brauchbare Trefferquoten hätte. Daher ist und bleibt die Langfristprognose ein Ratespiel unter Wetterbegeisterten, denn es kann ja niemand stichhaltig widersprechen.
Gruß
Frank
Kommentar von Frank Wettert — 1. Dezember 2009 @ 8:29
Hallo Frank!
Ich weiss,es ist vielleicht noch zu früh.Ich habe auf verschiedenen Wetterseiten gelesen,das es möglicherweise ab Mitte Dezember kalt werden soll.Könnte es dann auch sein,das es auch im Flachland (ich wohne im Bergischen Land),schneit?Oder bekommen wir dann ein riesiges Russlandhoch was uns 6 Wochen Trockenheit beschert.Was meinst du,wie hoch ist die Chance jeweils für beides? Vielleicht hast du ja schon eine kleine Ahnung.
Danke für deine Antwort
Schöne Grüsse aus dem Bergischen
Andy
Kommentar von Andy — 1. Dezember 2009 @ 22:59
[...] Wie kalt wird der Winter 2009 / 2010? Diese Frage beschäftigt den “Wetterman” Frank Wettert in seinem Wetter-Blog. Langrristige Wetterprognosen sollten dabei beim Leser die Ernsthaftigkeit haben, “mit der Sie auch das tägliche Horoskop in der Zeitung lesen.” Das Wetter sei nach wie vor unberechenbar. [...]
Pingback von Ostsee zugefroren » Ostsee Tipps von Insidern — 14. Dezember 2009 @ 10:57
Hallo Frank,
ich glaube an einen eher harten, schneereichen Winter. Meine Pferde hatten schon im Oktober ein überdurchschnittliches Winterfell. Und schon im Dezember hatten wir hier in Ostthühringen einmal -16,5°C. Wenn sich jetzt der Schneefall fortsetzt und dann ein schönes Osteuropa-Hoch kommt, sehe ich für uns die -25°C-Grenze fallen.
Im vergangenen Jahr hatten wir das ähnlich und dann war in der 2. Januarwoche strenger Frost um -20°C, mit -26°C am 7. 1. 09 als Negativrekord.
Ich bin für die globale Erwärmung! 5 Grad mehr für alle! Auch wenn ich nicht an die Klimalüge von Merkel und Co. glaube, denn das gab es schon bei Julius Cäsar: ” Wir müssen das Volk verwirren, denn befriedigen können wir es nicht!” Wenn man Angst vorm Schwitzen hat, zahlt man doch gern seine Ökosteuer fürs Heizen bei 20 Grad Kälte. Den Rest besorgt das Unterschichten-TV…
Kommentar von DonCavallo — 2. Januar 2010 @ 13:23
Hallo,
kann mir jemand sagen welche Großwetterlage wir momentan haben (Mitte Jan 2010)?
Handelt es sich das Hoch Fennoskandien?
Und warum gibt es dieses Jahr (und letztes) so viel Schnee im Vergleich zu 2008 und den Jahren davor (ganz allgemein)?
Wäre super wenn ihr mir antworten könntet.
Liebe Grüße
Susanne
Kommentar von Susanne — 19. Januar 2010 @ 16:42
[...] braver Winter, denn er hat sich bisher so verhalten, wie ich es am 27. November in meiner ersten Winterprognose - nun ja - geschätzt hatte. Sie fragen sich natürlich jetzt, wie er denn so weiter geht, [...]
Pingback von Winterprognose 2009/2010 II - Der ewige Winter? » Frank Wettert — 22. Januar 2010 @ 9:05
O je O je, ich glaube man sollte dieses Jahr nicht über das Klima und das Wetter sprechen, wegen dem häufigen Schnee und glattem Asphalt hatte ich gestern einen Unfall, zum Glück bin Ich nur gegen die Laterne gefahren
Und ich denke mal, das es dieses Jahr auch im Süden nicht besser ist: Spanien, Portugal, Griechenland und der Türkei…
Vielen Dank für das schöne Thema “Winterprognose”
Mit freundlichen Grüßen
Kommentar von Gutschein — 11. Februar 2010 @ 7:31
Hello… Wie schaut Ihre Prognose für März/april aus?
Kommentar von anna — 12. Februar 2010 @ 21:41