Winterprognose 2009/2010 II - Der ewige Winter?
Ein braver Winter, denn er hat sich bisher so verhalten, wie ich es am 27. November in meiner ersten Winterprognose - nun ja - geschätzt hatte. Sie fragen sich natürlich jetzt, wie er denn so weiter geht, dieser Winter. Im Nordosten kann man den Schnee nicht mehr sehen, im Süden will man ihn endlich haben, und im Westen sitzt man zurzeit im Niemandsland. Ich werde jetzt versuchen, weiter zu raten.
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Denn natürlich - und das werde ich Ihnen bei jeder Prognose, die über 7 Tage hinausgeht, auf Ihren Monitor schreiben - ist solch eine Vorhersage nicht mehr wirklich eine Planungsgrundlage für etwa einen 10-tägigen Skiurlaub. Hier geht es nur um Wahrscheinlichkeiten, ob ein Monat insgesamt (und nicht an jedem einzelnen Tag) zu kalt und zu niederschlagsreich oder eben nicht. Und mittlerweile gibt es ja deutliche Anhaltspunkte, wie der Winter weitergehen dürfte.
Kälteblockade
Denn von Asien bis nach Europa hat sich ein gigantisches Kältehoch gebildet, bestehend aus trockener und extrem kalter Festlandsluft. Diese ist natürlich schwer und drückt förmlich auf den Boden, so dass in Tosontsengel in der Mongolei ein (auf Meereshöhe reduzierter) Luftdruck im Rekordbereich von über 1080 hPa gemeldet wird (mehr dazu in einer Wetternews auf Wetter24).
Gegen diesen Kälteblock kommt die leichtere feuchte Meeresluft vom Atlantik nicht an, und so dürfte sich die Zweiteilung in Deutschland noch häufig in diesem Winter zeigen: Nach Westen hin gelegentlich Plusgrade, im Osten häufig Dauerfrost. Sehr wahrscheinlich ist also, dass der Winter im Februar so weitergeht, wie er derzeit ist. Im weiteren Verlauf zeigt die Erfahrung, dass dann auch so genannte Tröge folgen könnten, die dann auch endlich Schnee für den Alpenraum bringen werden. Liebe Südländer, ich würde also die Hoffnung nicht aufgeben.
Vergleich mit der Vergangenheit
Interessant ist auch eine Betrachtung der Jahre in der Vergangenheit, deren Winter ähnlich wie unser bisheriger verlief. Dies ist im Wetter-Center Blog geschehen und auch im Wetterforum der Wetterzentrale (das Original von Matthias ist eine Zeit lang hier zu finden). Ich zitiere:
Die allermeisten Februare wurden danach ebenfalls zu kalt.
Die Februare die nicht zu kalt wurden, waren diejenigen, wo der Winter nach der Dezemberkälte bereits endete und auch im Januar nix mehr zustande brachte. Wie z. B. im Jahre 1927 und 1938. Große Kälte Mitte Dezember, aber danach nix mehr.
1981/82 folgte nach der deftigen Dezember - Kältewelle ein leicht zu kalter Februar.
1946/47 folgte nach der deftigen …………… ein schön kalter Februar.
1961 folgte ebenfalls ein kalter Februar, der Januar war zwar zu warm, hatte aber auch ne kleine Kältewelle.
1940/41 folgte ein kalter Februar nach der Mitt-Dezember-Großkälte
1963/64 ein normaler Februar, aber auch nochmals mit Kälte
Dementsprechend stehen alle Zeichen weiter auf kalt. Und wenn wir uns die Langfristmodelle ansehen, geht der Winter auch noch im März weiter:

Winterprognose nach dem CFS-Modell: links die Abweichungen der Temperaturen vom Mittel der Jahre 1981-2006, rechts die Abweichungen der Niederschläge
Langer Winter, im Süden endlich Schnee?
Das sind Karten, mit denen Sie bei Meteorologen in ein paar Jahren Eindruck machen können! Sie sehen schon auf der linken Seite das anhaltende Blau, das weiter für zu kalte Monate steht. Besonders drastisch ist die Abweichung für den Januar (, da sie ja auch schon bekannt ist,) und für den März.
Gleichzeitig sieht es für die größten Teile Deutschlands auch deutlich zu trocken aus, auch das ein Resultat der immer wieder einfließenden trockenen Kaltluft aus dem Osten. Generell ist die Tendenz zu großartigen Schneefällen also eher gering. Schaut man aber genauer hin, so erkennt man im Februar auf der Alpensüdseite deutliche Abweichung nach oben hin, ein Zeichen, dass hier auch Tiefs über das Mittelmeer ziehen, die in Folge auch den Osten Deutschlands beschäftigen könnten. Im März nimmt die Niederschlagsneigung in der Südhälfte Deutschlands allgemein zu, so dass hier die Hoffnung auf einen schönen Skiurlaub zu Ostern keimt.
Ich bin gespannt, wie es mit dem Winter weiter geht. Wer es mag: Viel Spaß damit!

Vielen Dank für diese Vorhersage. Sozusagen ein begründetes Wetterhoroskop. Ich kann damit einiges Anfangen. Die Notwendigkeit meine Holzvorräte wahrscheinlich doch in diesem Winter gänzlich zu verbrauchen, bringt noch einige logistische Probleme für die nächsten Jahre mit sich.
Ich hatte mich eigentlich auf wärmere Winter eingestellt.
Kommentar von Sven — 22. Januar 2010 @ 0:29
Hallo Sven. “Begründetes Wetterhoroskop” gefällt mir sehr gut. Genau so sollte man alle Langfristvorhersagen verstehen.
Und man sieht ja: Selbst die Winterdienste hatten nicht mit solch einem Winter gerechnet, wenn schon im Dezember teils das Streusalz knapp wird…
Kommentar von Frank Wettert — 22. Januar 2010 @ 8:44
Es ist ja nicht so, das wir rund um Freising, nördlich von München, gar keinen Schnee haben. Nachdem Frau Holle ganz Deutschland (Ganz Deutschland?) zugeschüttet hat, hat sie den Rest hier beim Gehen fallen lassen.
Kommentar von Daniel Weigelt — 22. Januar 2010 @ 13:54
Hallo Frank, vielen Dank für Deine zweite Winterprognose.
Wenn ich mir das CFS-Modell so betrachte, erscheint mir ein “kaltes Wochenende” auf Malta oder Sizilien im März eher wahrscheinlich als im Februar.
Was meinst Du dazu? Danke schon vorab für Dein Feedback.
Grüße
Alexander
Kommentar von Alexander — 23. Januar 2010 @ 12:19
@Daniel Ja, aber jetzt geht es ja erst richtig los…
@Alexander Das ist möglich. Aber wenn ich mir die derzeitige Austrogung so ansehe, habe ich im Moment keine richtige Tendenz. Vielleicht sind auch einfach beide Monate etwas gleich “zu kalt”
Kommentar von Frank Wettert — 25. Januar 2010 @ 8:16
Meine Eltern machen gerade Urlaub in Asien. Da liegt das Wetter bei 0 Grad. Also nicht nur in Deutschland wird gebibbert.
Kommentar von Reiner Hirsch — 27. Januar 2010 @ 18:31