Wie es der Treibhauseffekt kälter werden lässt

Okt 22, 2008 @ 03:02 pm by Frank Wettert

Der Klimawandel ist seit der Finanzkrise zwar nicht mehr in aller Munde, wird aber beizeiten gerne dort hinein genommen, wenn  sich die Gelegenheit ergibt. Natürlich darf man die beschleunigte Änderung der Natur dabei nicht verharmlosen. Dennoch: Man sollte sich nicht alles nur von Weitem betrachten. Denn erst, wenn man sich interessierten Blickes in die zweite Reihe der wissenschaftlichen Ergebnisse begibt, wird das Wissen weit und bunt.

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Almeria, das Treibhausparadies
Ein Beispiel dafür ist ein Forschungsergebnis, das jüngst im Journal of Geophysical Research erschien und jetzt auch im New Scientist erschien. Hier berichtet Pablo Campra von der Universität Almeria über die Temperaturentwicklung im Großteil Spaniens im Vergleich zu dem semi-ariden (also recht trockenem) Weideland in Almeria mit der weltweit größten Fläche von Gewächshäusern, etwa 26.000 ha.

Gewächshäuser in Almeria
Weiße Gewächshäuser in Almeria. Von irjoris, bestimmte Rechte vorbehalten.

Kälter statt wärmer
Das Ergebnis ist erstaunlich: Die Auswertung von Satellitendaten ergab, dass während die Durchschnittstemperatur im restlichen Spanien seit 1983 pro Jahrzehnt um 0,5°C steigt, sie in der Gewächshaus-Region um 0,3°C fällt.

Grund dafür ist wohl, dass die hellen Gewächshäuser das Sonnenlicht sehr viel stärker reflektieren als die übrige Fläche. Denn nur der Teil der Sonnenstrahlung wird auch in Wärme umgewandelt, der vom Erdboden absorbiert wird.

Weiße Dächer gegen Erderwärmung?
Dieses Ergebnis dürfte dann auch Futter für das Helle Dächer Projekt sein. Hier hatte Donnerwetter schon vor über einem Jahr die Idee, die Durchschnittstemperatur dadurch zu senken, dass man die Dächer auf Deutschlands Gebäuden in möglichst hellen Farben hält. Wie man am Beispiel von Spanien sieht, könnte dies also tatsächlich funktionieren…

5 Kommentare »

  1. Wie verhält sich das denn mit der Wolkenbildung in dieser Region. Ich weiß das es in Urwaldgebieten, in denen große Flächen zur Befarmung gerodet worden sind, der Niederschlag ausbleibt. Was damit zusammen hängt, dass sich dort keine Quellwolken mehr bilden können. Wieso und warum das so ist weiß ich jetzt nicht, da bist du der Experte.
    Sollte es nun aber so sein, dass sich in der Gegend der Niederschlag bzw. die Wolkenbildung erhöht hat, wäre es doch sinnvoller die Wüsten bzw. die Steppen mit Gewächshäusern zu bebauen als in Deutschland alle Häuser mit weißen Dächern zu bepflastern.

    Kommentar by HmBob — 22. Oktober 2008 @ 17:55

  2. Hallo HmBob,

    dazu müsste man für Spanien eine neue Studie anstellen, in der man die Entwicklung vergleicht. Die liegt mir aber momentan nicht vor. Im von Dir angesprochenen Gebiet müsste es weniger die Temperatur, als der Rückgang der Feuchte durch die pflanzliche Verdunstung sein, der die Bildung der Wolken verhindert.

    Daher dürfte Dein Vorschlag auch nicht in der Wüste klappen, denn wenn die Luft sehr trocken ist, dann werden so geringe Temperaturunterschiede kaum einen Unterschied machen.

    Kommentar by Frank Wettert — 23. Oktober 2008 @ 5:26

  3. Hallo,

    wo wir gerade beim Treibhauseffekt sind – wie wirkt eigentlich die
    “Globale Verdunklung” dem entgegen?

    Gruß Matti.

    Kommentar by Matti — 23. Oktober 2008 @ 9:41

  4. Hallo Matti,

    zu dieser Thematik habe ich an anderer Stelle bereits geschrieben. Du findest einen Bericht über global Dimming in den Wetter24 News: Wärmebremse Staub.

    Gruß, Frank.

    Kommentar by Frank Wettert — 23. Oktober 2008 @ 18:18

  5. Das stimmt ja. Ich habe mal gehört, dass uns im schlimmsten Fall sogar eine Eiszeit bevor stehen würde !

    Kommentar by Josef — 26. Oktober 2010 @ 20:20

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