Wetterhandbuch des nutzlosen Wissens
Bei MC-Wetter gibt es für diese großflächigen Absink-Wetterlagen wie in der kommenden Woche da draußen einen speziellen Ordner in meinen Firefox-Bookmarks: „Wettertipps und Moderatives“. Denn stellen Sie sich mal vor: ich kann ja nicht bei einer Omega-Lage im Sommer zwei Wochen lagen über 40 Mal täglich erzählen: „Ja, also heute haben wir es mal mit blauem Himmel zu tun. Die Temperaturen sind eigentlich so wie gestern.“
OK. Bis hierhin könnte ich das schon, wenn ich meinen mentalen Würgereiz in der Zeit wegdrücken kann. Aber dann soll so eine Vorhersage ja auch noch Bilder im Kopf erzeugen. Positioniert werden. Also käme nach dem Satz von da oben noch so was wie: „Also nichts wie wieder an den Arendsee, Füße im Wasser baumeln lassen und die Gesichter in der Sonne braten.“ Oder: „optimales Wetter, um sich mit dem Cocktail an den Pool zu legen“…
Abgesehen davon, dass da für den hart arbeitenden Schreiner, wohnhaft mit seiner 6-köpfigen Familie in der „Platte“ in Halle-Neustadt leichte Unzufriedenheit aufkäme, wenn er das halbstündig aus seinem Radio hört, wirkt es auch einfach gequält (kein Wunder. Es WÄRE ja auch gequält).
Also habe ich mir einfach gedacht, ich reichere solche Lagen mit Wissen an, das keiner braucht. Wer sagt denn, dass so was nicht Spaß machen kann? Ich kenne das von unserem älteren Sohn. Der klugscheißt für sein Leben gern. Gebe ich den Leuten also Wissen mit, mit dem sie auf der kommenden Party den balzwilligen Juniorchef mit gehobener Augenbraue intellektuell auf die Bretter schicken können: „wenn Regentropfen fallen, so haben sie nicht die klassische Tropfenform. Durch die Kräfteeinwirkung der umgebenden Luft mit steigender Geschwindigkeit erinnern sie dann irgendwann eher an die Form von Hamburgern als an Tropfen“. Also. Regentropfen sollten Regenhamburger heißen.
Es gibt aber auch nutzloses Wetterwissen gewürzt mit einer Prise Pseudoinformation, so wie ich es beim Scienceticker las: Werktags gibt es schöneres Wetter: mittwochs sind die Temperaturen 0,2°C über dem Samstagswert, die Sonnenscheindauer ist dagegen am Samstag 6% geringer als am Mittwoch. Dagegen wird’s am Wochenende wolkiger und es regnet mit einer größeren Wahrscheinlichkeit und kräftiger. Naja. Ob das statistisch relevant ist, sei dahingestellt.
Aber stellen Sie sich einen Empfang vor, auf dem Sie eingeladen sind: man reicht Odeuvres und trinkt Sekt. Sie kommen sich fehl am Platz vor. Sie wissen schon, wie so was aussieht: peinliche Kommunikationspausen, hilflose Blicke in nichts sagende Zimmerecken. Aber dann: Sie sehen aus dem Fenster, es ist Samstag, und es regnet! Jetzt müssen Sie nur noch auf den Satz lauern: „Also die ganze Woche hat die Sonne geschienen, und ausgerechnet heute muss es regnen. Man könnte meinen, dass ist Absicht <Gekicher>“. (Der wird irgendwann kommen, eine Frage der Zeit)
Ha! Dann setzen Sie Ihre Wissermiene auf. Und jetzt kommen Sie…

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