Wetter im Januar 2009
Wer mich schon häufiger gelesen hat, der weiß, was jetzt kommt: Eine genaue Wettervorhersage für den gesamten Rest des Januars zu machen ist natürlich kompletter Humbug. Denn wenn, dann kann man höchstens Aussagen über die Witterung machen und nicht über das Wetter, also nicht, ob es am 22. Januar um 13 Uhr 23 in Recklinghausen Schnee und einzelne Schauer geben wird.
Ich gehe aber davon aus, dass der Titel, wenn auch wissenschaftlich eher wacklig, ein wenig griffiger ist. Sie wollen aber doch gar nicht etwas über den Titel wissen, also stürzen wir uns gleich ins Vergnügen:
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Zum Rest dieses Monats kämpfen die Giganten gegeneinander. In der linken Ecke, vom Atlantik kommend, ein mächtiges Tiefdrucksystem, das sich von Amerika auf den Weg nach Europa macht:

Die mittlere Höhe der 500 hPa-Fläche macht die ungefähre Lage der Hochs und Tiefs sichtbar. Von links nach rechts: 17., 21. und 29. Januar 2009. Quelle: Wetterzentrale
Hier andeutungsweise auch zu sehen, aber in der rechten Ecke sitzend: das Hoch über Sibirien bis in das Nordpolarmeer, an dessen Rand wir uns auch weiter befinden:

Die mittlere Höhe der 500 hPa-Fläche über der Nordhalbkugel am 21.01.2009. Quelle: Wetterzentrale
Auch für den Laien sieht es so aus, als ob uns vom Atlantik quasi ein LKW mit Tiefs überrollt. Doch kommt es wirklich so? Wie man an der ersten Karte oben für den 17. Januar sieht, baut sich vor diesem Tief noch einmal ein Hoch über Skandinavien auf, man achte auf die weiße “1030″-hPa Linie bzw. Isobare.
Eisbrecher kämpfen auf der Elbe
Hoch und Tief arbeiten winterfreundlich
Diese so genannten “Skandinavienhochs” sind nicht zu unterschätzen und können uns gut mit Kälte versorgen. Die Luft aus einem Hoch strömt ja hier im Uhrzeigersinn aus, und wenn Sie sich mal vor das Bild setzen und die Hand entsprechend drehen, dann merken Sie auch, dass wir dann kalte Luft aus Nordosten oder Osten bekommen.
Eine große Frage bleibt, ob uns dieser nordische Kandidat auch wirklich die massiven Tiefs vom Leib hält, die dort vom Westen kommen. Und hier sind wir an dem Punkt, wo das Bauchgefühl ein bisschen mitspielen muss. Denn erfahrungsgemäß werden solche kalten Hochs immer ein bisschen zu schnell ausgeräumt und durch Tiefs ersetzt.
Wie auch immer: Die Quintessenz wird wohl sein, dass das Hoch bei Skandinavien das anrauschende Monstertief vom Atlantik auf eine südlichere Bahn zwingt, womit wir ein ziemlich winterliches Szenario geboten bekommen. Eine Variante sieht man hier:

Eine mögliche Variante für den 21.01.09 vom Europäischen Modell: ein kleines, kräftiges Randtief bringt stürmischen Wind und Schnee. Quelle MeteoGroup
Würde die Prognose dieses Vorhersagemodells (ECMWF, 13.01.09, 00 Uhr UTC) genau so eintreffen, so hätte besonders die Nordhälfte Deutschlands am kommenden Mittwoch, 21.01.09, ordentlich Spaß, denn Sturm und Schnee würden eine ganze Menge Probleme bereiten.
Wenn es aber auch nicht genau so und genau dann kommen muss, so ist diese Vorhersage doch relativ nachvollziehbar: vor dem mächtigen Tief entstehen kleine Randtiefs, die über Deutschland ziehen und Wind und Schnee bringen. Nachdem diese durchgezogen sind, kommt dann die kalte Luft aus dem Norden und sorgt dafür, dass der Schnee bleibt.
Mehr Schnee und weiter winterlich
Kurz und gut: Der Januar 2009 wird in seiner zweiten Hälfte gerade nachts nicht mehr ganz so extrem frostig sein. Dennoch werden die Temperaturen nach einer kurzen Milderung zur Monatsmitte wohl wieder zurück gehen, und die Wahrscheinlichkeit für Schnee und Glätte steigt deutlich. Die Chancen sind gerade nach Osten und Süden hin gut, dass sich der Winter dann auch weit in den Februar hinein hält. Sie brauchen Ihre Skier und Schlitten also noch nicht einmotten.
Die Chancen stehen also trotz einiger Modell-Unkenrufe ganz gut, dass der tolle Winter 2008/2009 doch als ein ziemlich markanter, vielleicht sogar rekord-trächtiger in Erinnerung bleiben wird.
Hallo Frank:
Ist eher Schnee oder Regen wahrscheinlicher? Wenn Schnee, auch in allen Höhenlagen? Würde mich interessieren.
Lg Chloé
Kommentar von Chloé — 13. Januar 2009 @ 15:52
Hallo Chloé,
dieses Tief dort oben bringt dann auch sicherlich im Flachland Schnee. Wie lange er sich denn hält, bleibt abzuwarten, aber die Chancen auf einen zumindest zeitweise weißen End-Januar und Februar sind durchaus vorhanden.
Gruß,
Frank.
Kommentar von Frank Wettert — 14. Januar 2009 @ 5:19
Hallo Franki
Zur Zeit deuten die meisten Vorhersagen unterschiedlichster Wetterdienste ja auf eine etwas mildere Phase hin.Da freue ich mich doch hier etwas anderes zulesen.Mich würde interressieren ob es eher der Matscheschnee oder eventuell auch Dauerfrost geben könnte(besonders hier in der Altmark).
Nach fast 2 Wochen Langeweile wäre ein bissel Action beim Wetter mal wieder angebracht ;-).Gruss Andre
Kommentar von andre — 14. Januar 2009 @ 10:36
Hallo Andre,
also Action gibt es ganz bestimmt. Die Vorhersagen der Wetterdienste haben auch Recht, dass die Temperaturen im Mittel auch höher liegen als Anfang Januar.
Das liegt aber vor allem daran, dass die Nachttemperaturen nicht mehr so durchsacken, da mehr Wolken und mehr Wind unterwegs sein dürften.
Ich sehe es eher so, dass öfter mal eine Ladung Schnee vorbeikommt, die auf der Rückseite von so einem Tief auch eine Weile anhält. Dann kann es wieder tauen, aber die nächste Ladung ist schon in Sicht.
Hoffen wir, dass wir ein Randtief bekommen, das seinen Namen auch verdient und an das Münsterland erinnert (wegen des Schnees, nicht wegen der Katastrophen). Dann dürfte es auch in der Altmark mal richtig weiß werden.
Gruß,
Frank.
Kommentar von Frank Wettert — 14. Januar 2009 @ 12:15
Hallo Frank:
Heute haben sich viele Modelle für milderes Wetter und doch sehr wenig Schnee in den nächsten Wochen ausgesprochen. Bleibst du bei deinen Einschäzungen von Schnee bis ganz runter?
Lg Jannik
Kommentar von Jannik — 14. Januar 2009 @ 17:01
Hallo Frank.
Danke für die schnelle Antwort.Du bist wie immer der Erste ,der diese Prognosen erstellt(erkennt).Die UWZ zieht jetzt ja auch nach und sagt Turbulenzen mit eventuell viel Schnee vorraus.Ich wünsche uns eine spannende WETTERWOCHE.
Kommentar von andre — 14. Januar 2009 @ 23:35
Hallo Andre, hallo Jannik,
vielen Dank für das Lob, doch nicht zu schnell bitte. Es wird tatsächlich spannend, und Schnee dürfte zumindest nachts auftreten und daher auch für Glätte sorgen.
Die Frage ist aber, inwiefern die Temperaturen nun mitspielen und insofern könnte Janniks Beobachtung, dass das Mittel der Modelle etwas “wärmer” geworden ist, eher dafür sprechen, dass wir nachts Schnee- oder Schneematschwetter haben und tagsüber Tauen.
Es bleibt also wirklich spannend…
Kommentar von Frank Wettert — 15. Januar 2009 @ 5:45
Hallo Frank, ich bins schon wieder.
Jetzt sieht es ja doch so aus, als ob man im Flachland auf Schnee nächste Woche vergeblich warten muss. Aber das GFS-Modell von heute Mittag zeigt um den 25. herum wieder eine stärkere Abkühlung mit ordentlichen Schneefällen. Pure Raterei oder steckt doch etwas hinter dieser Annahme? Liebe Grüße
Jannik
Kommentar von Jannik — 15. Januar 2009 @ 20:14
Hallo Frank,
kannst du mir bitte sagen, wann und um welche Uhrzeit es im Januar 2009 im Vogtland Gewitter (Blitz) gab? Muss ca. am 20. oder kurz vorher gewesen sein.
LG
Kommentar von Heidi — 6. April 2009 @ 16:55