Warum Klimakatastrophe Quatsch ist und Schweinegrippe auch
Gestern habe ich ein Interview mit Matthias Horx gelesen, dem selbsternannten “Zukunftsforscher”. So viel man berechtigterweise gegen ihn anbringen kann, so musste ich ihm doch in wesentlichen Dingen beipflichten: Der Journalismus sorgt dafür, dass plötzlich Klima Katastrophe ist, oder dass Schweine Grippe bringen.
YiGG
Angestoßen hat diese Gedankengänge das gestrige Interview mit Matthias Horx in “DerWesten”. Neben all dem verbalen Getöse, das er gerne veranstaltet, finde ich dennoch folgendes Zitat bemerkenswert:
Von Wolf Lotter, dem Autor des Buchs „Die Kreative Revolution“ stammt das schöne Zitat: „Sehet, der Untergang kommt! Tuet Buße! Diese Phrase bedeutet damals wie heute: Her mit Eurer Kohle!“ Ich glaube einfach nicht, dass die Erwärmung in jener katastrophalen Form stattfindet wie es uns weisgemacht wird. Heute ist ja jede ungewöhnliche Wetterlage angeblich Vorbote einer Katastrophe, was ich für medial aufgebauschten Unsinn halte.
Und tatsächlich gibt es ja beim Thema Klimawandel deutliche Anzeichen von Erklärungsnot, wenn man den derzeitigen Stillstand, ja sogar den Rückgang der globalen Temperatur in diesem Jahrzehnt betrachtet. Gestatten Sie mir, noch einmal etwas auszuholen und von der Homepage eines Kollegen zu zitieren. Er ist einigen von Ihnen sicher bekannt als Meteorologe des Frühstücksfernsehens in der ARD, Donald Bäcker. Auf seiner Seite zum Thema Klima ist dazu Folgendes zu lesen:
Neueste Erkenntnisse zeigen, daß viele Klimamodelle falsch sind. Prognosen aus den 90 igern können jetzt nämlich schon verifiziert werden. Scheinbar wird die Aktivität der Sonne und der kosmischen Strahlung auf die Wolkenbildung unter- und die Wirkung von CO2 deutlich überschätzt. Der Motor des Wetters ist und bleibt die Sonne sowie das Treibhausgas Nummer 1, nämlich der Wasserdampf. Die Konzentration des CO2 in der Luft ist seit dem Jahr 2000 weiter gestiegen, die globale Mitteltemperatur aber um rund 0,2 Grad zurückgegangen! Das widerspricht dieser Theorie!
Das Wort “Klimakatastrophe” klingt aber so schön global und apokalyptisch, dass es vieler Journalisten liebstes Kind ist. Es hat es ja sogar zum Wort des Jahres 2007 geschafft, obwohl es als Unwort wesentlich besser platziert wäre, da “Klima” keine Katastrophe sein kann. Klima ist lediglich die Gesamtheit der Wetterzustände an einem Ort über einen längeren Zeitraum. Klima ist also eine Statistik, nicht mehr und nicht weniger.
Liebe Journalisten, wo bleiben die Katastrophen?
So ist der Klimawandel nüchtern betrachtet vorhanden, sicherlich auch zu einem gewissen Grad vom Menschen beeinflusst. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass sich in 20 bis 30 Jahren die Pforten der Hölle öffnen werden und die Globaltemperatur unsere Erde zu einer Wüste werden lässt. Auch an die überschwemmte Norddeutsche Tiefebene mag ich nicht so recht glauben.
Früher, da habe ich noch geglaubt, in den 80ern. Hätte man mich in dieser Sturm- und Drangzeit gefragt, wie es wohl im Jahr 2009 auf der Erde aussähe, so hätte ich kahle Hügel beschrieben oder Baumstämme, an deren Ästen letzte braune Blätter baumeln. Der Rest wäre dem Waldsterben zum Opfer gefallen. Das heißt, wenn es noch Bäume gegeben hätte, da der nukleare Overkill ohnehin schon jedes Leben gefordert hätte. Nichts davon ist – teils aus Glück – nicht eingetreten.
Warum blieb da Waldsterben aus? Weil es übertrieben wurde. Im SWR ist über sogar über das “Medienphänomen Waldsterben” berichtet worden. Hier wird der Journalist und Medienwissenschaftler Rudi Holzberger zitiert:
“Das war für mich als Praktiker wahrscheinlich das erschütterndste Ergebnis. Im Grunde kommt bei meiner Analyse heraus: es ist so gut wie nicht recherchiert worden. Die ersten Artikel – da ging es gerade noch so. Danach ist eigentlich fast ständig kolportiert worden, das heißt: der eine hat vom anderen abgeschrieben. Weil alle angenommen haben, der Wald ist eh tot, da muss ich nicht mehr lang recherchieren. Es reicht, wenn ich das Thema beschwöre.”
Kommt Ihnen das nicht auch so bekannt vor wie mir? Ich denke da etwa an folgende Schlagzeilen:
- Schweinegrippe: Experte – Seuche bald auch in Deutschland
- Meeresspiegel im Klimawandel: Heute Tuvalu, morgen Polen?
- Klimawandel – Korallensterben bedroht 100 Millionen Menschen
Und so weiter, und so weiter.
Journalismus-Katastrophe durch Twitter?
Ich bin gespannt, wie sich die Dinge nun zu Zeiten zunehmender Vernetzung entwickeln. Mein Blick zeigt hier auf der Journalisten (und auch meiner) liebsten Spielwiese, auf Twitter. Viele Zeitungen sind mittlerweile hier vertreten, und ich habe auch beobachten dürfen, in welch wahnsinniger Geschwindigkeit neue Nachrichten die Runde machen.
Das beste Beispiel aus jüngster Zeit war das Gerücht vom Tod von Patrick Swayze, das in aller Eile “retweetet” wurde, also durch die Twitter-Benutzer kopiert und erneut gesendet. So konnte sich die Nachricht nach dem Schneeballprinzip in Windeseile durch das Netz verbreiten. Problem: Er war gar nicht tot. Der Bericht einer relativ kleinen Radiostation irgendwo in Amerika hatte gereicht, um die Falschinformation um die Welt zu schicken. Es ist also noch verlockender geworden, nicht recherchierte Nachrichten zu verbreiten.
Was kann man daraus lernen?
Alte Lehren drängen sich wieder auf. Lehren, die zwar beinahe banal klingen, aber gerade in der Medienlandschaft und in Bezug auf Zukunftsprognosen ihren Wert: “Es wird alles halb so heiß gegessen, wie’s gekocht wird.” – “Flache Bälle spielen” und nicht zuletzt “Papier ist geduldig”.
Gerade der letzte Spruch hat auch im Internet Gültigkeit, sei es in Bezug auf die Klimakatastrophe oder die Schweinegrippe…nüchtern betrachtet gilt doch eine Erkenntnis, die gerade in Deutschland beim Aussprechen oder Aufschreiben fast blasphemischen Charakter hat: Es geht uns so gut wie noch nie in der Geschichte. Und in dem Punkt gebe ich Herrn Horx Recht.

Lieber Frank…
Du schreibst in Deinem Blog unter dem Titel Warum Klimakatastrophe Quatsch ist und Schweinegrippe auch (ich fasse hier einigermaßen sinngemäß zusammen):
Mein Gott, nun regt euch mal nicht so über die Klimaveränderung auf – so schlimm wird e…
Trackback by Wir sind im Garten — 10. Juni 2009 @ 1:43
Hallo Frank,
gerne lese ich Ihre Beiträge. Sie haben Substanz, sind meistens unterhaltsam, oft lernt man etwas dazu. Und zum Thema Klima bewahren Sie bei jedem Wetter einen kühlen, klaren Kopf. Weiter so!
Beste Grüße.
Kommentar by Helmut Erb — 10. Juni 2009 @ 16:03
Irgendwie lese ich in diesem Artikel im Kern ein “ich glaube nicht, dass es so kommen wird, weil ich nicht glaube, dass es so kommen wird, und weil ich schonmal was geglaubt habe, was dann trotzdem nicht so gekommen ist”. Der verlinkte Artikel mit ein wenig tatsaechlicher Information ist selbstwiderspruechlich (Klima ist angeblich ueber einen Zeitraum von 30 Jahren statistisch zu fassen, aber die Temperaturaenderung der letzten 10 Jahre soll irgendwie trotzdem relevant sein?) bis inhaltlich falsch (bzw., je nach Betrachtungsweise, logisch bloedsinnig): Man kann sehr zuverlaessig die monatliche Mitteltemperatur mit einem Fehler von ca. 10 K vorhersagen, mithin ist die Aussage, Klima sei nicht vorhersagbar, Nonsens. Womit wir beim eigentlichen Gegenstand der Diskussion waeren, der nur hier wie dort ignoriert wird: Der _Fehler_ in den gemessenen Werten und den Vorhersagen. Eine Prognose, die nur eine reellen Messwert vorhersagt, ohne Fehlergrenzen anzugeben, ist vollkommen nutzlos, und die Diskussion darueber folglich ebenso.
Kommentar by foobar — 10. Juni 2009 @ 18:03
[...] Warum Klimakatastrophe Quatsch ist und Schweinegrippe auch Der Journalismus sorgt dafür, dass plötzlich Klima Katastrophe ist, oder dass Schweine Grippe bringen. [...]
Pingback by Sell not virtue to purchase wealth, nor Liberty to purchase power. » F!XMBR — 12. Juni 2009 @ 9:23
Auja, also machen wir weiter wie bisher. Immer schön voll Gas geben. Der Urwald ist ja auch irrelevant fürs Klima, also bloß nicht davon irritieren lassen beim Kauf neuer Möbel oder der Tageszeitung. Der Golfstrom und dessen stete Verlangsamung ist auch bloß so eine Zeitungsente.
Naja, ich glaub jetzt auch nicht mehr dran. Und wenn ich fest genug dran glaube, dann wird auch alles gut. Die bösen Journalisten sollten sich was schämen!
Kommentar by mrroboto — 13. Juni 2009 @ 21:42
@mrroboto, offensichtlich haben Sie mich überhaupt nicht verstanden.
Kommentar by Frank Wettert — 13. Juni 2009 @ 21:54
An mrroboto:
Natürlich dürfen wir nicht weitermachen wie bisher, aber dann kaufen Sie bitte auch keine Gartenmöbel aus Tropenholz. Was mich bei der ganzen Debatte stört, ist die Überbewertung von CO2. Fragen Sie doch mal Paläoklimatologen, wie oft es schon warme und kalte Phasen gegeben hat. War da auch der böse Autofahrer schuld? Und wenn man sich die Zahlen anschaut, trägt der Verkehr nicht mal 10 Prozent zum gesamten Ausstoss bei, aber da kann man am besten Kohle rausholen. Ich seh es so: wir retten das Klima, damit in Dubai die neu aufgeschütteten Luxus-Inseln nicht absaufen und wir weiter mit deren Öl unsere Wohnungen heizen können im Winter. Ist doch intelligent oder?
Kommentar by Hikaro — 16. Juni 2009 @ 10:33
Man muss ja nur mal die politische Lobby der Klimaapolkalyptiker anschauen. Das sind die gleichen Spinner, die noch nie Recht hatten. Absolut lächerlich, das Wetter in 90 Jahren vorhersagen zu wollen. In den 70ern hiess es übrigens im Schulunterricht, wir gingen höchstwahrscheinlich einer neuen Eiszeit entgegen.
Kommentar by Frank — 6. November 2009 @ 19:05
[...] fragt sich nur was uns Bewohner der Erde, noch alles erwarten wird. Könnte das alles zu einer Klimakatastrophe führen oder sind es nur Spekulationen, die auch Spekulationen bleiben? Eingetragen: [...]
Pingback by Droht Deutschland eine Klimakatastrophe? — 4. März 2010 @ 16:22