Unwetter: warum wir absaufen
Bei dem Titel gucken mich heute einige Niederrheinische, Brandenburgische und Sonstige doch etwas erstaunt an. Ich kann es verstehen, ist die Atmosphäre doch selten so verquirlt wie im Moment. Andere verstehen mich, haben das Unwetter gesehen, es aber nicht bei mir gemeldet!
Jemand hat gleich zwei oder drei Mixer in die Atmosphäre gehalten, und über Deutschland ist der Weg, den die Luft nimmt, ungefähr der in Omas Kuchenteig, während dieser von dem Handrührgerät im 70er-Jahre Stil, Farbe Alt-Orange oder Grün, umgewälzt wird.
Und hier sind die Atmosphärenmixer von heute:

Die ‘Mixer’ in grob 5 km Höhe. (Quelle: Wetter24 News)
Womit wir wieder beim Thema Absaufen wären:
- besonders heftig trifft es den Süden Deutschlands. Das eine orangene Ei von Frankreich zieht weiter die Alpen lang und sorgt ab heute vom Allgäu und dem Bayerischen bis zum Thüringer Wald für langes Geschütte. Da läuft schon die ein oder andere Regentonne voll.
- um das zu verstehen, muss man das Ei genauer betrachten. Das ist kalte Luft, die weiter oben in der Atmosphäre wie ein Fettauge in der Suppe umherschwimmt.
Sie sorgt dafür, dass die Luft nach oben gebracht wird. Dabei wird sie wie ein feuchter Schwamm zusammengedrückt.
Und Sie wissen was passiert, wenn Sie einen Schwamm über sich ausdrücken: es schüttet - gleichzeitig zieht das andere Höhentief, das Sie auf der Karte rechts sehen, auch auf uns zu, und damit quetscht sich die Luft heute in der Mitte Deutschlands zusammen, etwa entlang einer Linie mittleres Erzgebirge – Thüringen – Nordhessen und Nordrhein-Westfalen, womit auch hier Regengüsse und Gewitter gerne gesehen sind
- um das zu verstehen, muss man das Ei genauer betrachten. Das ist kalte Luft, die weiter oben in der Atmosphäre wie ein Fettauge in der Suppe umherschwimmt.
- dann haben wir da noch ein paar Gewitter, die über dem Osten Deutschlands tonnenweise Wasser abgelassen haben. Hier allerdings nur auf ein paar Fleckchen, dafür aber umso mehr.
In Berlin ist sogar der Flughafen Tegel gesperrt worden, die Feuerwehr hat den Ausnahmezustand ausgerufen, weil das Wasser kniehoch in der Straße stand. (Übrigens habe ich davon nur ein paar dicke Tropfen mitbekommen)- der Grund ist dieser:

Wir liegen in der Strömung zwischen diesen Felsen“Höh?” — ich erkläre es: vergleichen Sie einmal die Höhenkarte mit dem Bild hier oben: die Eier, genannt Höhentiefs, können Sie sich als die Felsen vorstellen. Wir liegen genau zwischen diesen Brocken. Und Sie können sich vorstellen, dass das Wasser eher um diese Felsen herumfließt. Dazwischen blubbert das Wasser müde vor sich hin.
Genau so ist es auch mit den Höhenwinden, sie sind so schwach, dass die Gewitter quasi auf der Stelle stehen. Und so passiert nur etwas auf einem Punkt, dafür aber viel: 38 Liter kamen in Berlin-Tegel in 2 Stunden vom Himmel. Und das auf jeden Quadratmeter.
- der Grund ist dieser:
Noch nicht abgesoffen? Gut! Drücken Sie schnell noch den YiGG- und Webnews-Button!

Frank, mal wieder schön anschaulich geschrieben. Aber warum die Luft “zusammengedrückt” wird, wenn sie doch aufsteigt und in der Höhe eigentlich dünner = weniger dicht wird, musst Du mir noch mal erklären!
Kommentar by lu-glidz — 9. August 2007 @ 13:15
Das mit den Gewittern auf einer Stelle habe ich gestern Abend gemerkt. Es hat zwar nur hoch oben in den Wolken geblizt und nicht geregnet, aber irgendwie wollte das gar nicht weg.
Kann ich ja verstehen, ist ja eh besonders schön in unserem Elbetal in Dresden.
Kommentar by Daniel Weigelt — 9. August 2007 @ 13:30
Nach dem Dank für das Lob, lu-glidz, möchte ich meinen Erkläransatz zu erklären versuchen: Du musst Dir das rein horizontal denken. Stichwort ist einfach Konfluenz.
Drückst Du ein Papier von beiden Seiten zusammen, dann steigt in der Mitte auch die Luft auf.
Entschuldige die physikalische Ungenauigkeit, die der Anschauung geopfert wurde.
Daniel: nicht nur das, bei Euch am Erzgebirge passieren auch die spannendsten Sachen…
Kommentar by Frank Wettert — 9. August 2007 @ 13:44
Das Meereis in der Arktis ist US-Forschern zufolge in diesem Sommer so stark geschmolzen wie noch nie seit Beginn der Satellitenmessungen 1979. Der Negativrekord sei sogar einen ganzen Monat vor den früheren Jahrestiefstwerten erreicht worden, schreibt die “New York Times” mit Verweis auf William Chapman von der Universität von Illinois. Grund sei eine Mischung aus der allgemeinen Klimaerwärmung und ungewöhnlichen Wetterbedingungen in diesem Jahr. “Die Abschmelzrate im Juni und Juli war dieses Jahr einfach unglaublich”, sagte er. Bereits am Donnerstag hatten Hamburger Forscher auf die extrem starke Eisschmelze in der Arktis in diesem Jahr hingewiesen.
Source: n-tv
Kommentar by christiangeo — 10. August 2007 @ 19:50