SEOsophie auf Rollschuhen
Sie wundern sich über den Titel? Das macht man so! Habe ich gerade erst gelernt: in der Werbung werden Slogans knapper und unenglischer. Und was macht Werbung? Sie versucht, möglichst effektiv eine breite Masse anzusprechen, durch Provokation lange und vorne im Gedächtnis zu bleiben. Warum? Damit sich unsere Gedankenblase
oO(Mensch, wat hab ich nen Durst) zuerst in Coca-Cola verwandelt. (Oder war Ihr erster Gedanke “Bad Liebenzeller Schwarzwald Mineralwasser Classic”?)
Vielleicht stimmen Sie mir zu, dass im weitesten Sinn Suchmaschinen wie Google als Gedächtnis des Internets bezeichnet werden können. Wer seine Seite für Suchmaschinen optimieren möchte, der versucht, möglichst weit nach oben zu kommen, um schnell gefunden zu werden. Ich gebe zu, meine Erfahrung auf diesem Gebiet ist noch pergament-dünn, aber soweit ich das bis hierhin verstanden habe, geht es darum, möglichst viele Leute anzusprechen, von möglichst vielen verlinkt zu werden, um darum möglichst weit oben in der Suchmaschine aufzutauchen. Wie erreicht man das? Provokation ist ein gutes Mittel. Direkt und einfach soll auch die Verlinkung sein. Die Parallelen sind doch unübersehbar, oder?
Dieser Gedanke überfiel mich bei Starlight Express. Schon von Beginn an war ich von der Show überwältigt. Lichteffekte, Artistik, alles perfekt. Die Story ist so aufgebaut, dass sie vielen ins Herz zielt: die scheinbar chancenlose Dampflok, die durch den Glauben an die innere Kraft alles bewegen kann. Vom Hartz IV-Empfänger zum Privatjetflieger, alles aus der “Kraft, die in Dir liegt”.
Beim Blick in das Publikum sah ich bei den weiblich Umrollten Tränen fließen, die die männlichen Zuschauer zu verdrängen versuchten. Emotional bewegt waren jedenfalls die meisten, mich eingeschlossen. Das muss also der Grund sein, warum Komponist Andrew Lloyd Webber so erfolgreich ist. Er produziert Geschichten, die Emotionen wecken, die haften bleiben, die die Leute hören wollen.
Und jetzt kommen wir dann auch endlich auf die Philosophie bei diesem Rollschuh-SEO. Aus welcher Motivation heraus komponiert er solche Musicals (wie auch Cats, Phantom der Oper)? Ist es ihm ein Anliegen, den Schwachen und Hässlichen Mut zu machen? Ist das sein Hauptziel, das menschliche?
Oder produziert er Musicals im SEO-Gedankengang: ich möchte erfolgreich sein. Wie schaffe ich das? Sprich das Mittelmaß an, die haben genug Geld für den Eintritt. Gib Ihnen Hoffnung. Und sollte das funktionieren, bastle ich mir gleich noch so ein Gerät in ähnlichem Stil…
Ist Herr Webber also ein leidenschaftlicher Illusionist oder ein kalkulierender SEO-Experte?

Mein lieber Herr Wettermann,
sollte die Frage nicht viel mehr heißen:
“Ist Herr Webber also ein leidenschaftlicher Illusionist oder denkt er einfach nur wie ein SEO?”
Was mir die Frage in den Sinn ruft, ob der Umkehrschluss aufgeht und das Studieren von Andrew Lloyd Webbers Lebenswerk letztlich der Schlüssel zu Ruhm, Ehre und virtueller Unsterblichkeit ist.
SEO-Gattinen hätten vermutlich ihre wahre Freude am neuen Spleen Ihres Mannes.
Oder noch anders gefragt… Wieso muss unbedingt ein “oder” zwischen diesen beiden Bewertungsvarianten stehen?
Kommentar by Christian, seologisches Opfer — 17. April 2007 @ 0:53
Google will 80 Prozent vom Internetwerbemarkt…
Google hat Microsoft, AOL und Yahoo! im Preiskampf um Doubleclick ausgestochen. Ganze 3,1 Milliarden US-Dollar zahlt der führende Suchmaschinenbetreiber für den Online-Werbevermarkter. Google ist Marktführer beim Suchmaschinen-Marketing und erweiter…
Trackback by upload Blog - web 3.0: next generation internet — 18. April 2007 @ 12:37
Also mich hat der Slogan angesprochen. Wobei ich sagen muss, dass tatsächlich mittlerweile (nach einem richtigen Anstieg) Anglizismen immer mehr unterbunden werden in der deutschen Sprache. Dies ist, wie ich finde,eine wirklich gute Entwicklung.
Kommentar by naming — 18. April 2009 @ 14:42
Andrew Lloyd Webber ist ein begnadeter Musiker der vermutlich nach den ersten Erfolgen zum SEO geworden ist. Er hat dann mit Talent und der sogenannten SEOsophie daran angeknüpft und erfolgreich weitergemacht.
Kommentar by T-Shirts — 5. Juni 2009 @ 16:44
Unsere Sprache verändert sich immer mehr. Umso besser das es solche Geistreichen Artikel gibt, di das Lesen Spannend machen.
Kommentar by Homepage erstellen — 12. Juni 2009 @ 18:13
Slogans interessieren mich nicht… sie dienen höchstens um mich aufmerksam zu machen, wenn überhaupt; aber meistens eher das gegenteil – ich mag Eitelkeit nicht, und ein Slogan kommt immer eitel daher, er ist per Definition eitel. Inhalte interessieren mich, nicht Verpackungen.
Kommentar by Webdesign — 29. Juni 2009 @ 22:42
Deine Darstellung finde ich sehr interessant. Vor allem, was den Werbeaspekt anbetrifft. Ich habe darüber viel im Studium hören können, bezüglich der Gedanken, die bei entsprechenden Markennamen aufkommen. Deshalb wird auch ein so großer Wert auf Slogans gelegt, die wirklich gut durchdacht sein müssen, um Definitionen zu erhalten, die passend und in keiner Form abwertend sind.
Kommentar by SEO Blog — 31. August 2009 @ 18:43