Schnee: Wo es der Winter jetzt versucht
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Momentan befinden wir uns unter der Autobahn. Genauer gesagt an der linken Ausfahrt neben einem Starkwindband in etwa 9 Kilometern Höhe, genannt Jet-Stream. Und genau hier werden Tiefs gebacken. Sturmtiefs, die uns kalte Luft bringen. Dabei wird in dieser Woche sogar hier und da Schnee fallen. Wo sieht es morgen oder am Wochenende mal fluffig weiß aus?
Bevor ich Ihnen aber erkläre, wo der Winter genau Fuß fassen möchte, zeige ich Ihnen einmal die Autobahn:

Höhenwind in etwa 9 Kilometern Höhe: mit über 250 km/h rauscht die Luft über unsere Köpfe (Quelle: Wetter24 News)
Dieser kräftige Höhenwind ist ein typisches Herbst-Phänomen: die Atmosphäre rund um den Norden der Erde kühlt jetzt gerade ab, dagegen ist der Mittelmeerraum dank warmen Wassers noch eine Baby-Badewanne. Die Gegensätze nehmen also zu, und zwischen diesen Gegensätzen pfeift der Wind.
Liegen wir links von so einem Starkwindband, dann befinden wir uns dort, wo kräftige Tiefs gekocht werden. Sie haben es ja schon bemerkt in den letzten Tagen: mal ist es dicht grau und regnet längere Zeit, dann lockert es auf und der Wind pfeift böig durch Ihre Kaffeeküche. Die Temperaturen sind mal mild, mal kühl, es geht eben einfach alles relativ schnell. Wie herrlich für mich!
Besonders interessant wird die ganze Angelegenheit nun zum Wochenende, denn da gibt es wirklich einen echten Winter-Anlauf: in der Nacht zum Freitag kachelt ein Tief von der Nordsee bei uns vorbei und bringt uns ziemlich kühle Luft mit. Dabei haben wir es mit einer sinkenden Schneefallgrenze zu tun, die Freitagmorgen über dem Sauerland bei unter 200 Metern liegt:

Schneefallgrenze und Neuschnee am Freitag, 9. November 2007, um 7 Uhr morgens (Quelle: Wetter3.de)
200 Meter, das geht also schon beinahe bis in tiefe Lagen! Sollten Sie also in diesen weißen Fleckchen wohnen, dann rechnen Sie vielleicht für Freitagmorgen mit einem längeren Fahrtweg zur Arbeit, es könnte zumindest vorübergehend mal glatt werden. Dazu bekommen Sie es ja auch mit Sturmböen zu tun.
Flecken-weißes Wochenende?
Noch interessanter wird es nach dem, was die Computer gerade eben ausgespuckt haben dann in der Nacht von Samstag auf Sonntag. Da bildet sich nach Auffassung der Engländer und Amerikaner ein kleines Randtief. Hier sehen Sie den kleinen Lümmel:
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Zugbahn des Randtiefs nach dem amerikanischen Modell. Quelle: Wetter24 Profikarten
Auch wenn die genaue Zugbahn noch alles andere als sicher ist, könnte nördlich dieses Tiefs (im Fall des amerikanischen Modells also entlang eines Streifens von der Nordsee über die Lüneburger Heide bis nach Brandenburg und Sachsen) auch vorübergehend Schnee bis ins Flachland fallen, denn hier wird die kalte Luft aus dem Osten angezapft. Dies deuten auch schon die Wettersymbole für die Nacht zum Sonntag an:
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Wetter in der Nacht zum Sonntag, dem 11.11.07: die blauen Sterne stehen für Schnee, grün steht für Regen, rot für Graupelschauer. Quelle: Wetter24 Profikarten
Ich betone, dass zurzeit überhaupt noch nicht sicher ist, ob und wo der Schnee im Flachland wirklich ankommt. Aber die kommenden Tage bieten genug Potenzial für Überraschungen…und das liebe ich. Wirklich! Sturm! Schnee! Eine tolle Woche ist das.

[...] 1. März wird es voraussichtlich kälter, kurzfristig so kalt, dass hier und da sogar Schnee fallen kann, nachts müssen wir mit Glätte rechnen (siehe Wetter24). Previous post / [...]
Pingback by 5 Wetter-Fakten bis März » Frank Wettert — 22. Februar 2008 @ 15:36
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Kommentar by viov — 9. Februar 2012 @ 9:43