Profil-Data GbR – Betrug via Datenschutz?

Jul 31, 2010 @ 08:54 am by Frank Wettert

Anlässlich eines mysteriösen Briefes wollte ich mich noch einmal bei Ihnen melden, um mir meine Meinung von Ihnen einzuholen. Das Schriftstück stammt von einer Firma namens Profil-Data GbR:

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Ich zitiere den Brief in Auszügen:

…gemäß § 19 Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) teilen wir Ihnen mit, dass wir beabsichtigen die übermittelten und noch zu erwartenden Daten zu verarbeiten, zu verwerten und zu speichern. Diese Auskunft ist für Sie kostenfrei.

Auskunft aus dem Datenbestand erhalten Sie selbst und jedermann, der ein berechtigtes Interesse nachweisen kann. Der Datenaustausch mit Strafverfolgungs- und öffentlichen Ermittlungsbehörden bleibt unberührt.

Gegen die beabsichtigte oder erfolgte Datenspeicherung können Sie jederzeit Widerspruch einlegen. Ein begründeter Widerspruch ist kostenlos.

Bitte nutzen Sie für ein Auskunftsersuchen oder einen Widerspruch das als Anlage beigefügte Anforderungsformular zur Datenauskunft.

In diesem “Anforderungsformular” ist dann eigentlich gar nichts kostenlos. Eine einmalige Selbstauskunft für 15,50 €, Löschung des gesamten Datensatzes für 120,00 €. Theoretisch kann man “kostenfrei Widerspruch” einlegen, für einen unbegründeten Widerspruch würden dann aber auch dann wieder 50,00 € Bearbeitungsgebühr fällig. Hier die beiden Briefseiten noch einmal als Scan:

Profil-Data GbR Anschreiben Profil-Data GbR Auskunftsersuchen
Profil-Data GbR Anschreiben (links) und Auskunftsersuchen (rechts)

Profil-Data GbR: Ein Fall für Verbraucherschutz?
Mal ganz ehrlich, bei mir klingeln derzeit alle Alarmglocken. Diese Firma ist doch ein Fall für den Verbraucherschutz, oder meinen Sie nicht?

Mich würde Ihre Meinung interessieren. Vielleicht hat ja auch schon jemand Erfahrung mit dieser Firma gemacht und kann mir mehr dazu sagen. Oder es hilft mir Udo Vetter vom law blog. Ich schaue mich jetzt jedenfalls bei der Verbraucherzentrale um, ob ich dort nicht ein Musterschreiben für so etwas finde. Ich bin gespannt. Jedenfalls muss ich schnell reagieren, geht es doch bald in den Urlaub! Für Tipps bin ich jedenfalls immer dankbar.

10 Kommentare »

  1. Da gibt es nur eins – Ruhe bewahren.

    Die Frage ist ja: Sind Daten überhaupt gespeichert worden.

    Ich würde – theoretisch – entweder die (nicht vorhandenen ) Daten
    löschen wollen (120 Euro) oder Widerspruch einlegen. Da er sicherlich
    unbegründet ist (keine Daten vorhanden), fallen dann 50 Euro an.

    Das Schrillen der Alarmglocken ist berechtigt. Die Verbraucherzentrale
    sollte der richtige Ansprechpartner sein.

    Auf jeden Fall würde ich nicht reagieren.

    Gruß Matti.

    Kommentar by Matti — 31. Juli 2010 @ 15:16

  2. Ich würde es genauso machen. Ich denke, es kann durchaus angezweifelt werden, dass dieses “Unternehmen” überhaupt in Besitz irgendwelcher Daten ist – das ganze klingt sehr schwammig und soll den Leser einfach verängstigen.

    Ich würde es schlicht ignorieren.

    Kommentar by Florian — 1. August 2010 @ 13:11

  3. …..einfach ignorieren, wäre natürlich auch eine Alternative, nur dann bleiben zuviele Opfer für die DATA GBR übrig.
    Es ist besser den Machern auf die Finger zu hauen.
    Er hat sein Büro in einer Sozialbau-Siedlung in Solingen, und wohnt über einer Dame mit der ich schon telefonierte.
    Alles geht seinen Gang………..;-) ! LG Mikail

    Kommentar by Mikail — 2. August 2010 @ 8:43

  4. Hallo Mikail!
    Könntest Du mich mal bitte kontaktieren?

    Kommentar by Gaby — 2. August 2010 @ 10:56

  5. Hallo nochmal!

    Ich bin die Tochter der Dame und möchte mal die Information woher mikail die Adresse meiner Mutter hat. Steht die auf irgendwelchen Rechnungen?

    Lg
    Gaby

    Kommentar by Gaby — 2. August 2010 @ 13:02

  6. Ich finde es eine Frechheit, wie leichtfertig der Datenschutz behandelt wird, ich habe neulich gelesen, das es ganz legal ist persönliche Daten von Privatpersonen käuflich zu erwerben. Wie kann das sein und wie kann man sich heutzutage noch davor schützen???
    bitte um einen hilfreichen Seitenverweis.

    Kommentar by Naturfreund — 2. August 2010 @ 16:31

  7. Habe mit Datum vom 28. Juli 2010 ein gleiches Schreiben erhalten. Es handelt sich offenkundig um einen Betrugsversuch. Deshalb werde ich bei der Polizei Solingen Strafanzeige wegen Verdacht des versuchten Betrugs nach § 263 StGB erstatten.

    Kommentar by Rolf Ackermann — 3. August 2010 @ 20:05

  8. Hallo,
    am 28.7.2010 habe ich ebenfalls von der Profil-Data den gleichen Brief bekommen. Mir war sofort klar, dass es sich bei diesem massiven Vorgehen um einen perfilden Versuch handeln muss, Geld von verängstigten Bürgern zu kassieren. Ich bin sicher, die lesen jetzt auch alle unsere Briefe und werden noch subtiler mit neuen “Anfragen” reagieren. Anzeigen ist der richtige Weg. Was da läuft, ist Betrug.

    Kommentar by Dr. Ackermann — 21. August 2010 @ 15:28

  9. Hi,

    Abesnder solcher Briefe sollte man immer gleich anzeigen!
    Wer Geld dafür verlangt, dass man Widerspruch einlegen kann, kann nicht mit rechten Dingen arbeiten.
    Leider legt der deutsche Staat wenig wert auf den Datenschutz für den kleinen Bürger. Wenn große Unternehmen beeinträchtigt werden, ist man schnell hinter her und gehen gegen jedes kleine Vergehen vor. Aber wenn der einfache Bürger leidet, wird wenig unternommen.
    Das komtm leider davon, wenn in der Politik überall Lobbysten mitwirken.

    Gruß Markus

    Kommentar by MarkusW — 25. August 2010 @ 13:44

  10. Hallo Herr Ackermann,

    das ist interessant! Was ist in der Sache bisher geschehen?

    Gruß
    Frank Abel

    Kommentar by Frank Wettert — 31. August 2010 @ 13:51

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