Orkan Xynthia – Aktuelles und Unwetter-Warnungen zum Sturm
Ich wollte meine werten Blogleser nicht in Stich lassen, während Xynthia zum Zeitpunkt des Schreibens bereits das Saarland und Rheinland-Pfalz erreicht hat. Wie geht es nun weiter?
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Orkan Xynthia peitscht die Wellen an die Rivieraküste. Foto von xornalcerto, bestimmte Rechte vorbehalten.
Der Orkan Xynthia hat dabei in Trier auf dem Petrisberg bereits für die erste Orkanbö gesorgt (aktuelle Windböen gibt es heute stets auf Wetter24. In Frankreich sitzen eine Million Menschen ohne Strom, Flüge wurden gestrichen, die Parks und Friedhöfe von Paris und Lyon sind heute geschlossen. Was passiert nun bei uns?
Dazu betrachte man sich die Windgeschwindigkeiten über Deutschland, insbesondere am Sonntagabend und in der Nacht zum Sonntag in 925 hPa, das entspricht einer Höhe von momentan 500 bis 600 Metern (die Zahlen an den Linien * 10 ergibt ungefähr die Höhe):

Orkan Xynthia: Windgeschwindigkeiten in der Höhe am Sonntagabend, 19 Uhr rechts die Nacht zum Montag, 4 Uhr MEZ. Quelle: MeteoGroup
Wenn man die Grafiken anklickt und die Großversion anschaut, kann man das Hauptsturmfeld gut erkennen und auch, wie es über die nördliche Mitte Deutschlands zieht. Man erkennt Dreieck-Symbole, lange und kurze Striche. Ein Dreieck steht für 50 Knoten, ein lange Strich für 10 und ein halber Strich für 5 Knoten. Ein Dreieck, ein langer und ein kurzer Strich entsprechen daher 65 Knoten Windgeschwindigkeit, das entspricht 120 km/h, also volle Orkanstärke.
Dies ist wie gesagt der Höhenwind. Wenn aber, nachdem die Front mit dem teils kräftigen Regen durchgezogen ist, noch Schauer folgen, kann dieser Höhenwind auch den Boden erreichen, und zwar in Form von Böen. Je nachdem, wie gut das klappt, kann man dabei in dem oben angedeuteten Bereich Orkanböen nicht ausschließen.
Mit anderen Worten:
Dieser Orkan Xynthia ist nicht zu unterschätzen! – Räumen Sie in dem oben in grün markierten Bereich am besten noch alles Leichte ins Haus, parken Sie ihr Auto nicht unter großen Bäumen, Werbeplakaten oder Baugerüsten. Im Laufe des Montags wird dann Xynthia abziehen, tagsüber sind dann nur noch an den Küsten ein paar stürmische Böen möglich.
Bitte Bericht abliefern!
Exzellent wäre es natürlich, von Schäden durch Orkan Xynthia von Ihnen zu hören. Nutzen Sie also am besten die Kommentar-Funktion oder die Meldestelle für Unwetter auf diesem Blog.
Spannendes Wetter! Ich hoffe, dass Sie nicht schädigend betroffen sein werden.
Wichtige Links:
- Unwetterwarnungen der MeteoGroup
- Höchste Böen aktuell (rechts unter dem Radarbild)
- Stets aktuelle Meldungen via Twitter auf der Twitterwall zu Orkan Xynthia
- Unwetter melden

Oh nein – nicht schon wieder so ein Unwetter!! Ich hoffe, es geht alles glimpflich ab …. *daumen drück*
Kommentar by Birgit — 28. Februar 2010 @ 13:51
In Trier bereits mehrere entwurzelte Bäume, eine demontierte Videowand am Stadion. Bahnhof Trier Süd durch Bäume dicht, gesamte Bahnstrecke Trier-Koblenz laut Bahn.de ebenfalls bis Betriebsende aufgrund von Bäumen auf den Gleisen dicht. Schienenersatzverkehr aufgrund der Straßenlage ebenfalls nicht möglich.
Kommentar by Bammes — 28. Februar 2010 @ 15:21
Danke Bammes für die Meldung! Aachen meldete gerade die erste Orkanbö in NRW mit 122 km/h.
Kommentar by Frank Wettert — 28. Februar 2010 @ 15:29
In der Westpfalz derzeit kein Bahnverkehr! Ab Kaiserslautern Hbf gingen vor kurzem keine Züge! Dach vom Pfalztheater auf die Straße geweht…
Eine angesichts eines negativen Nao-Index heftige Entwicklung aber nicht ganz unerwartet: http://www.meteoralf.de
Kommentar by meteoralf — 28. Februar 2010 @ 17:38
Also hier in Lichtenau/Westfalen stürmt es schon ziehmlich heftig.
Sogar das Dach vom Pferdeunterstand unserer Nachbarn hat sich davon gemacht. Und einen kurzen Stromausfall hatten wir auch bereits, weil ein alter Mast einer Überlandleitung abgeknickt ist.
Kommentar by Ricarda — 28. Februar 2010 @ 19:44
@meteoralf Das ist wohl wahr bezüglich des NAO.
@Ricarda: Dann hoffe ich mal, dass nicht noch mehr passiert ist…
Kommentar by Frank Wettert — 28. Februar 2010 @ 21:44
Ja, im Westen Deutschlands war einiges los. Viele Züge sind ausgefallen… Wahnsinn, wie uns das Wetter oft im Griff hat
Kommentar by Jens Thorban — 1. März 2010 @ 0:03
@Jens
Das vergisst man schnell, weil das Vertrauen in die Technik so groß geworden ist. Es war aber nie anders.
Gruß und hoffentlich ist bei meinen Lesern alles glimpflich verlaufen
Frank
Kommentar by Frank Wettert — 1. März 2010 @ 5:22
Sonntag Abend, Bahnverkehr auf der Moselstrecke, auf der Lahnstrecke auf der Nahetalroute und auf der rechten (östlichen) Rheinseite unterbrochen.
Grüße, W.
Im Windschatten (Lee) der Mittelgebirge geschützt wurde die linke (westliche) Rheinseite zwischen Bonn und Bingen bedient.
Froh nicht selber fahren zu müssen, kam ich fast planmäßig durch.
Da kann man mal sehen, wie wichtig die Windrichtung ist, die in veröffentlichten Wetterberichten viel zu oft verschwiegen wird.
Kommentar by winDfried — 1. März 2010 @ 8:58
…womit Du Deinem Namen ja alle Ehre machst. Ich gebe da natürlich Recht, allerdings müsste man dann auch geographische Kenntnisse mitbringen, wenn man die Wettervorhersage anhört. Vielleicht wird das den Leuten nicht zugetraut. Interessantes Thema, erinnert mich an meinen Extremwetterkongress – Vortrag.
Kommentar by Frank Wettert — 1. März 2010 @ 9:37
[...] in ganz Europa, vier davon in Deutschland. Am heftigsten betroffen hierzulande war Hessen. Bei Frank Wettert kann man lesen: Der Orkan war nicht zu unterschätzen. Wer selbst draußen war, hat [...]
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