Man wurstelt sich so durch
Guten Tag,
wenn ich ehrlich sein soll, ich bin im Moment themafrei. Und schreibwillig. Themafreie Schreibwilligkeit ist natürlich ein Abenteuer: es können gnadenlose Katastrophen dabei herauskommen, das ist vermutlich größtenteils der Fall. Manchmal aber, an guten Tagen, oder an Tagen, an dem der eigene körperliche Zustand ein Wohlfühl-Minimum nach unten in Richtung jetztistauchalleswurscht durchstoßen hat, sind Glückstreffer … ich möchte es im Wetterdeutsch ausdrücken: nicht völlig ausgeschlossen.
*pling!* Hirn meldet dabei an: erste Haltestelle! Eine Anekdote: einer meiner Kollegen war via seine Frau in freudiger Erwartung. Ich erinnere mich an ein Telefonat, bei dem dieser nach der Ankunft seines Nachwuchses gefragt wurde. Die Antwort lautete sinngemäß so:
Voraussichtlich im Februar, aber auch Januar oder März sind nicht völlig ausgeschlossen.
Na, wenn da die meteorologische Einfärbung keine Spuren hinterlassen hat…da vermisse ich nur noch den Zusatz “…, aber eher unwahrscheinlich, bis dahin weitgehend kindfrei.” Hihihi. Hihihihi. Ja, Sie haben Recht. Ich bin albern. So richtig habe ich aber den Verursacher dieser Albernheit noch nicht aus meinem Gedankendickicht zerren können. Die Müdigkeit habe ich stark in Verdacht. Als Wettermann im Radio ist mein Wecker ja auf eine Zeit eingestellt, die in etwa der Schnittmenge Stammtischgänger-Nach-Hause-Geh-Zeit, Telefonzellenreiniger auf der einen Seite und Metzger auf der anderen entspricht.
Metzger und Bäcker, wussten Sie das eigentlich, leisten großartige soziale Dienste, wie ich in meiner Jugend immer beobachtete als ich samstagmorgens vor Sonnenaufgang noch Zeitungen unter die Türen der Leute schleuderte. Dort sah ich dann stets eine Traube gereifter Rentner gegen 05:45 Uhr vor dem Eingangsbereich dieser Frühstdienstleistungsfilialen. Die einen, meist weiblichen Ausgaben mit “Zwiebelporsche” (die offizielle Bezeichnung dafür ist glaube ich Handeinkaufswagen), die anderen mit Suppenhund (entspricht Hund an der Leine, Stockmaß = Höhe der Bordsteinkante). Sie tratschten, sie tauschten sich aus, sie konnten über physische Belange und ihre Schwiegerkinder klagen, und mein Eindruck war, sie fühlten sich wohl. Wo sonst hätte man sonst in der frühmorgendlichen Welt so viele Gesprächspartner finden können? Wenn’s im eigenen Bett ab 4 Uhr nicht mehr auszuhalten ist, kauf ich halt ne Wurst. Ein Hoch auf die Metzger- und Bäckerszunft!

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