Kopfschmerzen und Wetter – Was ist dran?

Jul 21, 2009 @ 02:58 pm by Frank Wettert

Werden Sie von Kopfschmerzen oder Migräne geplagt? Oft wird ja dem Wetter die Schuld gegeben, insbesondere dem wechselhaften. Das so genannte “Biowetter” ist allerdings ein ziemlich umstrittenes Gebiet der Meteorologie. Zum ersten Mal wies eine groß angelegte Feldstudie jetzt nach, dass man durch das Wetter tatsächlich Kopfschmerzen bekommen kann.

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Kopfschmerzen-WetterDenn bisher war es nur die berühmt-berüchtigte Mund-zu-Mund-Propaganda. Aus meiner Erfahrung wurde bisher beinahe jedes Wetter für Kopfschmerzen verantwortlich gemacht: Bei sommerlichen Hochs war es die Hitze, bei einem wechselhaften Wetter eben die häufigen Luftdruckschwankungen, im Winter die Kälte oder die fehlende Sonne bei tagelangem grauem Himmel.

Schluss damit! Es muss eine Studie her. Das dachte sich wohl auch die Forscher vom Beth Israel Deaconess Medical Center (BIDMC), einem Lehrkrankenhaus der Harvard Hospital School in Boston, USA. Sie starteten mit der größten bisher bekannten Felduntersuchung an über 7.000 Patienten in sieben Jahren. Und das Ergebnis war eindeutig:

Kopfschmerzen durch Wetter? – Ja!
Es konnte tatsächlich ein Zusammenhang zwischen dem aktuellen Wetter und Kopfschmerzen nachgewiesen werden. Nicht nur das: Man kann jetzt auch die wahrscheinlichsten Wetter-Auslöser für Kopfschmerzen und Migräne nennen. Wenig überraschend sind dies vor allem hohe Temperaturen und niedriger Luftdruck. Je wärmer es ist und/oder je niedriger der Luftdruck wird, desto höher wird die Wahrscheinlichkeit für Migräne oder Spannungskopfschmerzen.

Um zu dem Ergebnis zu kommen, haben die Mediziner Daten wie Luftdruck, Temperatur, Wetterzustand, aber auch Ozon- und Feinstaubbelastung sowie andere Umweltdaten registriert, als sich ihre Patienten mit Kopfschmerzproblemen vorstellten. Die Daten stammten dabei nicht nur vom aktuellen, sondern auch von den drei vorhergehenden Tagen.

5°C mehr = 7,5% höhere Kopfschmerz-Wahrscheinlichkeit
Statistisch nachweisbar wurde dadurch, dass die Wahrscheinlichkeit für einen Krankenhausbesuch wegen schwerer Kopfschmerzen mit jeden 5°C mehr in den vorangegangenen 24 Stunden auch um 7,5% steigt. Wärme ist also eine der wetterbedingten Hauptverursacherinnen von Kopfschmerzen oder Migräne.

Deutlich schwächer ausgeprägt ist der Einfluss von Tiefdruckgebieten. Dieser zeigt sich erst nach zwei bis drei Tagen auch in einer erhöhten Kopfschmerzneigung. Genauere Zahlen sind auf der BIDMC-Seite leider nicht zu finden. Vielleicht etwas überraschender ist, dass kein Zusammenhang zwischen Kopfschmerzen oder Migräne und Feinstaubbelastung hergestellt werden konnte.

Freuen wir uns also auf die nächsten Heißen Tage und ich wünsche Ihnen, dass sie ohne großartiges Schädelbrummen vor sich gehen.

9 Kommentare »

  1. will mal ergänzen, dass em-strahlung und haarp auch kopfschmerzen machen, und zwar nicht wenige. davon sollten sie eigentlich wissen, herr wetterman.

    Kommentar by wolf — 21. Juli 2009 @ 16:12

  2. Hallo Frank,
    das Thema passt ja gerade. Den ganzen Tag über hab ich Kopfschmerzen. Es sind zwar nur 29 Grad, dennoch ist es sehr drückend. Das Wetter hat dieses Jahr wirklich auch eine Auszeichnung verdient in Sachen Auf und Ab.
    Aber es stimmt, du hast Recht: Egal welches Wetter ist, meckern einige Leute über es als Verursacher ihrer Kopfschmerzen ;) .
    Liebe Grüße
    Jannik

    Kommentar by Jannik — 21. Juli 2009 @ 17:37

  3. Hallo Jannik,

    bei 29°C in schwüler Luft würde ich ohnehin nicht mehr von “nur” sprechen.

    Gruß
    Frank

    Kommentar by Frank Wettert — 22. Juli 2009 @ 6:49

  4. Da hast du Recht :) Ich meinte damit aber die 29 Grad im Vergleich zu den höheren Temperaturen südlich von uns.
    Wir hatten diese Nacht beinahe eine tropische. Die Temperatur sank nur bis auf 19,8 Grad. Aber Regen gab es fast keinen, und auch Gewitter waren Fehlanzeige.
    Liebe Grüße
    Jannik

    Kommentar by Jannik — 22. Juli 2009 @ 10:31

  5. Tja, Jannik, wie das so ist mit den Gewittern…manche verschonen sie. Aber es wird schon noch brisant bleiben bis in die Nacht zum Freitag, je nach Region.

    Kommentar by Frank Wettert — 22. Juli 2009 @ 11:05

  6. Ich weiß, meine Kommentare vorletzte Woche waren unqualifiziert. :)

    Kommentar by Jannik — 22. Juli 2009 @ 13:38

  7. Ich weiß nicht, was Du meinst, Jannik. Eigentlich wollte ich wirklich gar nichts kritisieren…

    Also, entspannten Abend wünsche ich.
    Frank,

    Kommentar by Frank Wettert — 22. Juli 2009 @ 19:56

  8. Bei niedrigem Luftdruck atmet man weniger Sauerstoff ein und bei höherer Temperatur schwitzt man auch mehr Flüssigkeit aus. Da haben wir gleich 2 Gründe die zu Kopfschmerzen führen können. Also tief durchatmen und viel, viel Wasser trinken! Auf jeden Fall sollte man möglichst viel Stress vermeiden, Stress im Sinne von schlechten Umwelteinflüssen wie Fast Food, Alkohol usw.

    Kommentar by Alex T — 18. September 2010 @ 13:49

  9. Hallo,

    seit einigen Jahren habe ich “Kopfschmerzprobleme”. Ich persönlich habe das bisher alles zwar als eine Art Rache gehalten, weil ich mein ehemaliges “Schwiegermonster” für all ihre Krankheiten belächelt habe.
    Aber nun nach einigen Jahren mache ich mir so meine Gedanken:

    Meine erste außerordentliche Migräne bekam ich mit ca. 22 Jahren. Wahnsinnige Kopfschmerzen fielen zusammen mit unausstehlicher Übelkeit. Ich dachte damals, ich muß sterben. Die Schmerzen kamen in der Nacht, am morgen war ich bereit zum Kapitulieren. Das Sonnenlicht und das Gezwitscher der Vögel gaben mir den Rest.

    Die Jahre vergingen. Hin und wieder überkamen mich diese gräßlichen Attacken, ohne dass ich einen Auslöser finden konnte.

    Vor ein paar Jahren kam dann die Erkenntnis: Streß kann Migräne auslösen. Streß in Form von unliebsamen Verwandten, die sich im eigenen Heim einnisten. Diese können jedoch auch Zahnschmerzen auslösen :-(

    Einen Tag vorher, bevor Kyrill über Deutschland zog, hatte es mich wieder erwischt. Ich bekam eine Migräne der übelsten Sorte. Mit Müh und Not schaffte ich es, mein Kind in den Kindergarten zu schaffen. Vor der Haustür mußte ich mich übergeben. Den Rest des Tages habe ich halbtot im Bett gelegen.

    Auffallend für mich: Vor jedem Sturm erwischt mich nun eine Migräne.

    Heute morgen wurde ich durch aufkommende Kopfschmerzen wach. es war 3.30 Uhr. Ich habe schnell eine Tablette genommen, um das Übelste abzuwenden.
    Als 6 Uhr mein Wecker klingelte war ich kaputt. Gott sei Dank hat sich mein Mann um unser Kind gekümmert.
    Gegen halb 8 mußte ich dann doch raus. Die Kopfschmerzen waren dank der Tablette halbwegs erträglich geworden, die Beine und die Arme waren relativ gefühllos und gummiartig.
    Ich habe all meine Termine heute abgesagt.

    Und dann habe ich von dem schrecklichen Erdbeben in Japan gehört.

    Da mir so etwas nicht zum ersten Mal passiert und es auch vor und nach Kyrill schon Ähnliches gab, muß ich in die Runde fragen: Hat jemand Ähnliches schon erlebt?

    Kommentar by cates — 11. März 2011 @ 22:16

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