Klimawandel: warum bald Krieg ausbrechen könnte

Mrz 14, 2008 @ 03:44 pm by Frank Wettert

Gestern und heute, am 13. und 14.03.08, treffen sich die Staats- und Regierungschefs der 27 EU-Mitgliedsstaaten. Dabei erhält der Klimawandel in einer Erweiterung der Sicherheitsdoktrin erstmals den Status als sicherheitspolitisches Risiko und Bedrohung für Europa.

Bewertungsabteilung:
YiGG
Webnews
Wong it!

 

 

Die Grundlage bildet das Papier “Klimawandel und internationale Sicherheit”. Der Klimawandel wirke demnach als “Bedrohungsmultiplikator”, denn er verstärkt Konflikte und Bedrohungen, die ohnehin schon existieren. Zum Beispiel:

  1. Da das Polareis schmilzt, werden neue Handelswege frei. Es entstehen neue Zugänge zu begehrten Rohstoffen.
    1. Man denke nur an die Flagge Russlands, die am Meeresgrund des Nordpols steht, damit bereits ein territorialer Anspruch angemeldet wird.
    2. Betroffen wären hier zunächst Russland und Norwegen. Hier gibt es ohnehin bereits Spannungen wegen Fischereirechten rund um Spitzbergen
    3. Würde das Eis weiter schmelzen, so wird eine große Menge an Öl- und Gasvorkommen freigesetzt. In dem Fall dürften nicht nur Russland und Norwegen, sondern auch alle anderen Arktis-Anrainer USA, Kanada und Dänemark um Vorrechte kämpfen. Und dass zum Beispiel Ölvorkommen ein Kriegsgrund sind, das wissen wir nicht erst seit George W. Bush.
  2. Zentralasien und Lateinamerika werden Problem bekommen, da das bebaubare Ackerland und/oder die Wasservorkommen knapp werden. Die Folge wären Streitigkeiten und entweder durch Hunger oder durch Krieg ausgelöste Flüchtlingsströme in die EU. In dem Papier wird von “Millionen bis zum Jahr 2020″ gesprochen.
  3. Gerade in Staaten, die ohnehin innenpolitisch noch nicht stabil genug sind, liegen reichlich Rohstoffe. Werden diese weltweit immer knapper, so werde der Konkurrenzkampf immer größer. Dies werde “in den kommenden Jahrzehnten wahrscheinlich zu erheblichen Konflikten” führen.

Solche Prognosen setzen natürlich voraus, dass der Klimawandel genau die Folgen nach sich zieht, die hier zu Grunde gelegt werden.

 

Quelle: WOZ International

1 Kommentar »

  1. [...] erklärt radio SAW-Wetterexperte Frank Abel von MC Wetter, welche Folgen der Klimawandel für Sachsen-Anhalt hat. In einem 5minütigem Interview mit Moderator Daniel Pavel [...]

    Pingback by Medienpreis für Meteorologie » Frank Wettert — 31. März 2008 @ 11:26

RSS Feed für Kommentare zu diesem Artikel. TrackBack URI

Hinterlasse einen Kommentar