Wird Klima-Schutz zum Kontroll-Faschismus?

Dez 28, 2007 @ 09:09 am by Frank Wettert

Einen interessanten Artikel las ich gestern in der Zeit. Es ging um eine These, die im Untergrund schon etwas länger rumort, aber – so fühlt es sich für mich an – allmählich immer mehr das Licht der Welt erblickt: dass der Klimaschutz immer mehr zum religiösen Wahn wird.

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“Klimareligion wird sanfter Kontrollfaschismus”

Dazu befragte die Zeit den Trendforscher Matthias Horx. Ein zentrales Zitat lautet:

Die Klimareligion hat überall ein Sinnangebot und auch die Möglichkeit, zu einem sanften Kontrollfaschismus zu werden

Es enthalte alle Elemente, die auch eine Religion ausmachen: “eine langfristige Zukunftsvermutung im Kern, ein Sünden- und ein Ablassmodell”. Sehr brillant formuliert, sieht sich die Menschheit an sich doch gern selbst als Sündenbock an. In der perversen Art von Pseudo-Sozialisierung fühlen wir uns dann gut, wenn wir die Anderen zu den Bösen machen. Oder wie Horx 1996 schrieb:

Rituale, egalitäres Pathos, Endzeitgrusel und das Gefühl, einer verkannten Elite der Rechtgläubigen anzugehören.

Nach meiner bisherigen Erfahrung mit allen Aussagen, die ich bisher zum Thema Klima und Klimawandel gemacht habe, kann ich diese Beobachtung nur bestätigen, muss sie aber auch auf die Gegenfraktion erweitern. Mir persönlich ist dabei insbesondere ein Aspekt aufgefallen: das Bedürfnis nach Kontrolle und nicht reflektiertes Verdammen der Andersdenkenden.

“Ökologisten” blasen zum Angriff

Es gibt einen hohen und mit starken Emotionen belegten Wunsch, jeden Gedanken und jedes Argument, das die gegenwärtig populäre Al-Gore-Klimathese ankratzt, aus der Welt zu schaffen. Das Verhaltensmuster lässt sich dabei in etwa so zusammenfassen:

  • Verlust des analytischen Denkens
  • Aufbau eines Satzes von (bisher nicht bewiesenen) Kernaussagen
  • Tendenz zu drastisch überzeichneten Zukunftsszenarien
  • Machtstreben
  • Emotionalität gegen Andersdenkende

Ansatzweise erkennt man diese Tendenz auch bei den Kommentaren zu meinem Live Earth-Post. Faschistoide Denkstrukturen sind dabei durchaus zu erkennen, und bevor diese sich weiter festigen, sollte man eventuell Mindestgrenzen für Selbstkritik einführen, um das Meinungsklima zu schützen.
Ich habe nämlich, betrachte ich den Verlauf der Klima-Debatte insbesondere rückblickend auf 2007, doch große Bedenken, ob wir noch zu einer vernünftigen Denkweise zurückfinden können. Denn bei all dem nobelpreis -gekrönten Schutz, der zwischen Heiligendamm und Bali ausdiskutiert wird, sollten wir uns ins Gedächtnis rufen, dass das Klima nichts Konstantes ist. Es ändert sich, und das hat es immer getan.

10 Kommentare »

  1. Hmm, Faschismus? Dazu gehört doch einiges mehr, als die derzeitige Lage beim Klimaschutz.

    Allerdings müssen wir natürlich aufpassen. Die Sache darf nicht aus dem Ruder laufen.

    Kommentar by Anja über Wirtschaft in Jena — 28. Dezember 2007 @ 19:37

  2. Nicht aus dem Ruder laufen? Es ist schon längst aus dem Ruder gelaufen. Man mag sich nur die Leute um einen angucken. 90% sind auf diesen Hokus Pokus der BILDenden Medien hereingefallen! Der Mensch war, ist und wird immer ein beeinflussbares, bequemes und dummes Rudeltier bleiben.

    Kommentar by Banja — 28. Dezember 2007 @ 20:12

  3. Exakt das sollte auch meine Aussage sein, Anja. Es freut mich zu sehen, dass es noch Menschen gibt, die nicht nur in Extremen denken können.

    Immerhin lautet mein Fazit, dass die Tendenzen faschistoid sind. Um ein altes Bonmot zu bemühen: wehret den Anfängen.

    Banja, ich fürchte beinahe, dass Sie Recht haben. Wenn ich mich auch gerne vom Gegenteil überzeugen lasse.

    Kommentar by Frank Wettert — 28. Dezember 2007 @ 22:22

  4. Frank, es ist doch so, dass selbst solche, mehr oder weniger, sinnbefreite Aktionen wie die “Umweltplakete” die Massen anziehen. Ich erachte diesen Run auf die Plaketen als hirnlos, wenn die nötigen Gesetze und Bestimmungen noch nicht einmal geschrieben sind/waren. Aber trotzdem gub es einen Run auf diese bunten Aufkleber. Warum? Weil das deutsche Volk devot und bequem ist! Es wird nichts hinterfragt! Die haben als Kinder zu wenig Sesamstraße geguckt, denn wer nicht fragt und denkt bleibt dumm.

    Kommentar by Banja — 28. Dezember 2007 @ 22:52

  5. Die Klimakatastrophe ist unabwendbar.

    Wenn Politiker echte Probleme nicht lösen können, schaffen sie sich welche, von denen sie glauben es zu schaffen – oder bei denen sie nicht befürchten müssen als erfolglos dazustehen.

    Die Klimakatastrophe ist ein Problem, das Politiker gut aussehen lässt:

    - Sie stehen als Helden da, die die Menschheit vor dem Verderben retten;
    - sie können internationale Konferenzen veranstalten, bei denen ihre Worte weltweit Gehör finden;
    - sie können verhandeln, Kompromisse schließen, etwas für die eigene Wirtschaft herausholen.
    - Sie können sich auf Klimaforscher berufen, Steuern erheben, Reglementierungen erlassen,
    Subventionen verteilen.
    - Sie können den Wählern Tatkraft demonstrieren.

    was will ein Politikerherz mehr?

    Die Wirtschaft ist begeistert:

    - Sie kassiert Milliardenbeträge mit handelbaren Emissionsrechten;
    - CO2-Vorgaben bei Produkten hält ,Billigkonkurrenz’ aus weniger entwickelten Ländern ab;
    - für klimaschonende Produkte lassen sich höhere Preise durchsetzen;
    - das Umweltbewusstsein der Kunden sorgt für hohen Ersatzbedarf in sonst gesättigten Märkten;
    - neue Marktfelder tun sich auf für Emission-Börsen zur ,marktwirschaftlichen’ Regelung des Klimas,

    was will die Wirtschaft mehr?

    Die Forschung ist zufrieden:

    - Tausende von Forschern leben von der Entdeckung immer neuen Forschungsbedarfs;
    - wie ein warmer Regen ergießen sich von Politikern (s.o.) bewilligte Mittel in die Institute;
    - neue Lehrstühle entstehen, Klimaforscher erhalten wichtige Professuren und Beraterposten;
    - immer neue Szenarien werden entwickelt, ganze Küstenregionen und Inseln immer tiefer unter
    Wasser gelegt,

    was will die Forschung mehr?

    Auch die Bürokraten sind zufrieden:

    - neue Gesetze, Verordnungen und Regelungen müssen erarbeitet werden;
    - neue gebührenpflichtige Zulassungen und Zertifikate müssen erstellt werden;
    - neue Durchführungsverordnungen werden erlassen, verschärft, novelliert;
    - Tausende und Abertausende von neuen Stellen werden benötigt um Statistiken zu machen,
    zu überwachen und kontrollieren, zu verwarnen, Bussgelder zu verordnen
    - Mit glänzenden Augen blicken sie in die goldene Zukunft der neuen, globalen Bürokratie.

    Was wollen die Bürokraten mehr?

    Die Journalisten finden’s Klasse

    - täglich lassen sich neue ‘Klimaaufreger’ produzieren;
    - dramatischen Headlines lassen die Auflagen steigen;
    - die Flut von Leserbriefen vertieft die Leser-Blatt-Bindung;
    - die gestiegenen Auflagen geben Anlass, die Schaltkosten ‘anzupassen’.
    (Vielleicht trägt das auch dazu bei, den eigenen Arbeitsplatz zu sichern)

    Was will ein investigativ recherchierender Journalist mehr?

    Auch dem Bürger ist es Recht:

    - Gern lässt er sich abkassieren für den Schutz der letzen Gletscher;
    - gern zahlt er, um das kommende Artensterben zu verhindern;
    - heroisch beisst er die Zähne zusammen und entsorgt seine ,klimaschädlichen’ Gerätschaften;
    - so rettet er tapfer sein Schigebiet, zumindest hat er es versucht
    - und gerne demonstriert er dem Nachbarn, dass er selbst mit gutem Beispiel vorangeht, und der
    Nachbar es nun gefälligst auch zu tun habe!

    Was will das gute Gewissen des Bürgers mehr?

    Und überhaupt:

    Hunderte von Jahre war die Erde eine Scheibe, nur wer es nicht glaubte, landete eventuell auf dem Scheiterhaufen. Sonst hat es niemandem geschadet

    Jahrtausende lang wurden Astrologen befragt, wenn wichtige Dinge geplant wurden, z.B. wenn man einen neuen Palast bauen wollte oder die Absicht hatte, einen Krieg anzuzetteln. Übrigens werden noch heute Astrologen herangezogen, um die Zukunft zu befragen. Immerhin rechnet auch Astrologie mit präzisen Zahlen, Winkeln, Tabellen und Modellen. Streng wissenschaftlich, wie die Klimaforscher.

    Seit über 2000 Jahren hindern Hölle und Teufel viele Menschan daran, Böses zu tun und noch heute ermorden Selbstmord-Attentäter Unschuldige, im sicheren Wissen, dass ihnen so die Segnungen des Paradies zuteil werden.

    Zweifel an der kommenden Klimakatastrophe sind also nicht angebracht. Zumal es nur das bisschen Geld der Bürger kostet.

    Natürlich wird man, um uneinsichtigen Klimaleugnern den rechten Weg zu weisen, wohl auch zu entschiederenen Massnahmen greifen müssen. Beispielsweise müsste man die Leugnung der Klimakatastrophe unter Strafe stellen. (Wenigstens in Europa) Und wenn dann auch die Amerikaner nach Bush entdecken werden, was so eine Klimakatastrophen-Szenario für Vorteile mit sich bringt, werden wir uns wieder auf die Tradition unserer Kreuzzüge besinnen. Irgendwie müssen wir doch auch den Chinesen schliesslich beibringen, dass es nicht angeht, wenn sie mit ihrem CO2 unser Klima versauen.

    Sollte das schief gehen würde wenigstens die darauffolgende atomare Eiszeit auf Jahrtausende das völlige Abschmelzen der Alpengipfel verhindern.

    Nachtrag:

    Was würde der neue Astrologiebeauftragte der Bundesregierung im Interview zu seinen astrologischen Erkenntnisse sagen?

    “Kein ernstzunehmende Astrologe hat heute mehr Zweifel an den Ergebnissen der astrologischen Forschung. Aber natürlich wird es immer einige Astrologieskeptiker geben, die daran zweifeln.”

    Kommentar by Uwe Wagner — 11. Januar 2008 @ 8:58

  6. Ich frage mich wircklich, wieviel schritte sind noch zum Weltuntagang zu gehen. Is doch nicht normal was heutzutage los ist, aber selber Schuld , mann muss mal den Mundaufmachen und etwas tun und nicht Rummsitzen und abwarten, es beginnt schon mit der Zivilcourage, wo ist die?? Wenigstens kann ich mir sicher sein das onkelzfans sich nicht von den drecks Medien und Propaganda einfangenlassen, bin mir sicher die tun etwas in der richtung um Ordnug zu schafen im Gegensatzt zum lieben Vaterstatd der ur blöd rummsitzt und zusieht wie es immer schlimmer wird, ein bießien Menschlichkeit für alle kann nicht schaden, was für ne scheiß Welt voller Intoleranten Bürgern, aussgenommen von euch , ihr tickt auch noch Sauber. schönen Tag noch

    Kommentar by paule — 15. Januar 2008 @ 9:16

  7. staat=) und ganz besonders gefällt mir dein Beitrag hier, ich stimme dir zu am besten nicht weiter an deine Worte nachdenken Uwe Wagner , kriege sonst noch ein Herzanfall voller Aufregung

    Kommentar by paule — 15. Januar 2008 @ 9:20

  8. Interessant in diesem Zusammenhang das aktuelle Heft der Zeitschrift “ZeitGeist” ( http://www.zeitgeist-online.de ), in dem die Machenschaften rund um die “Klimakatastrophe” ebenfalls mit einer Religion verglichen werden. Verrückterweise zeigen sich tatsächlich zahlreiche Parallelen, wie etwa Angstmache, Schuldeinredung, Prophetie, Höllenvorstellung und ganz offensichtlich der Ablasshandel. Ideologie wäre vielleicht treffender gewesen, Religion bringt dafür noch den Faktor Glaube (und damit die Möglichkeit der Manipulation) mit ein … Hat jemand hier das Heft gelesen?

    Kommentar by PeterPan — 14. August 2008 @ 14:37

  9. Ich raste aus !!! …diese ganze Öko-Fascho-Kacke!!! …. Diese Öko-Faschisten begehen einen Massenmord an …äh…ALLEM !!!! ….AROOOOK !!!! SCHACKAAAAA !!!!!

    Kommentar by Ökofaschist — 4. August 2010 @ 14:09

  10. Vergleiche sind ja immer ganz schick. Aber man darf nicht Äpfel mit Birnen vergleichen (wobei du eher noch Eier mit Lokomotiven vergleichst….so weit hergeholt ist das).

    Der tolle “Vergleich” mit Astrologie….äh…Astrologie ist keine Wissenschaft!!! Die Astrologie hat die Menschheit nicht weitergebracht. Die Wissenschaft schon! Sonst könntest du heute nicht deinen Mist über das INTERNET verzapfen (du magst doch das Internet, oder?…na siehst du!). Die Klimaforschung gehört zur Wissenschaft (falls du das nicht weißt). Die Aufgabe der Wissenschaft ist die Wahrheitsfindung. Im Gegensatz zur Religion geht die Wissenschaft unvoreingenommen an Sachen ran. Es werden Hypothesen aufgestellt, die WIDERLEGBAR sein müssen. Alles klar? Viele, viele Hypothesen mussten verworfen werden: Es wird nicht in 50 Jahren 10°C wärmer, aber auch nicht 10°C kälter….viele, viele Untersuchungen und Modelle haben dann einige dieser Hypothesen bestätigt: es wird global wärmer durch anthropogene Ursachen.

    Nur weil alle “Klimaskeptiker” ein sehr verworrenes Denkmuster haben, müssen sie noch lange nicht davon ausgehen, dass alle so blöde sind und nur das sehen was sie sehen wollen. Kapische? Prima.

    Kommentar by @ uwe wagner — 4. August 2010 @ 14:23

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