Kinderpatenschaften & Welthungerhilfe - Wie Blogs helfen können

Jan 25, 2009 @ 04:38 pm by Frank Wettert

Es ist schwierig, in einem Blog, dass ich eher launig als ernsthaft zu schreiben gewillt bin, ein derart ernstes Thema wie Armut anzusprechen. Ich gebe auch zu, dass mir mein eigenes Hemd in diesen Zeiten manchmal zu nahe ist, als ich es gerne hätte. Immerhin ist aber die Zahl von Ihnen, liebe Mitlesenden, so deutlich gewachsen, dass man unsere zahlenmäßige Kraft auch in Hilfe umsetzen kann.

Gemeint sind mir wichtige Hilfsorganisationen, die in früheren Jahren häufig Spenden anderer Firmen erhalten haben. Bei denen ist allerdings die Eigenes-Hemd-Geschichte seit der Finanzkrise ähnlich gelagert, und so wird das Problem fehlenden Geldes auf die Bevölkerungsgruppe abgeschoben, die es am wenigsten verdient hat: Die, die schon von Grund auf jeden Euro brauchen, um überhaupt von einem Tag zum nächsten zu kommen.

Diese Ungerechtigkeit muss auch einer Werbeagentur in Ravensburg aufgefallen sein. Sie spendete daher selbst Geld an drei bekannte Aktionen:

  1. Der Welthungerhilfe, die schon häufig weltweit das Leben Notleidender (auch nach Naturkatastrophen) gerettet hat,
  2. Dem Argenhof, auch Gnadenhof genannt, auf dem ausschließlich misshandelte und verhaltensgestörte Tiere vor unglaublichen Albträumen leben dürfen
  3. und dem hilfsprojekt.mariphil, das philippinischen Kindern aus armen Familien die Chancen einer richtigen Ausbildung gewährt, um aus dem Teufelskreis auszubrechen.

Kindern helfen - per Spende oder Kinderpatenschaft
Mir als Vater liegt insbesondere das letzte Projekt sehr am Herzen, da es nichts Traurigeres gibt als chancenlose Kinder, die für immer in dem Kreislauf der Armut gefangen sind. Der jetzt folgende Gedanke ist also nahe liegend und verknüpft diesen mit dem Web 2.0-Prinzip: Sie sehen, was für eine Dynamik entsteht, wenn man Nachrichten gegenseitig verlinken und bewerten kann. Sie sehen die wirtschaftliche Kraft, die hinter einem Blog wie Basic Thinking steht (rund 47.000 Euro Verkaufssumme).

Meine bisher vorhandene Idee ist also: Wieso bündeln wir diese Power nicht, indem jeder von Ihnen, liebe Leser, einen kleinen Beitrag spendet? Vielleicht einen Euro, vielleicht 10 Euro, je nachdem, was Sie sparen würden, wenn Sie beim nächsten Halt an der Tankstelle nur tanken und nicht sonst irgendwelche Kleinigkeiten mitkaufen (als grobes Beispiel).

Idee: Der Frank Wettert Spendenfonds
Bei so einem Projekt wäre meine Zielsetzung, für die Kinderpatenschafts-Aktion hilfsprojekt.mariphil 2.500 Euro zusammen zu bekommen, was meiner Meinung nach eine eher bescheidene Summe ist. Dies würde für jeden von Ihnen ein paar Euro bedeuten. Für die philippinischen Familien bedeuten 2.500 Euro

  1. ca. 1.600 Quadratmeter eigenes Ackerland, um von den steigenden Rohstoffpreisen unabhängig zu werden
  2. oder 156 Kindern einen Monat die Schulausbildung zu finanzieren, beziehungsweise etwa 2 Kindern eine komplette Schullaufbahn
  3. oder 625 Monatsbeiträge für eine einfache Krankenkasse.

Es wäre also mit einer kleinen, schnellen Überweisung vielen Menschen zur Selbsthilfe geholfen, und das hätten Sie mit unterstützt! Mit Stolz geschwellter Brust würde ich durch die Landschaft schreiten können und von meiner hervorragenden Leserschaft berichten können.

Wie sähe die Sache nun praktisch aus? Dafür dachte ich, ein PayPal-Konto einzurichten, auf das ich als Anfangskapital eine bestimmte Summe, sagen wir: 100 Euro spenden würde. Damit Sie auch sicher sein können, dass Ihr Geld ankommt, müsste die Sache also dokumentiert werden. Ich weiß noch nicht genau, wie ich das zu handhaben hätte.

Sie sind gefragt!
Als Anreiz könnte ich mir Folgendes vorstellen: Sollten von Ihnen in den kommenden drei Monaten dann insgesamt 2.500 Euro auf diesem Konto eintreffen, dann würde ich noch einmal 100 Euro dazu legen. Ich bin überzeugt, dass wir das zusammen schaffen. Allerdings bin ich mir im Detail noch nicht über die Organisation im Klaren. Dafür brauche ich Sie.

Was meinen also Sie? Wäre das Potenzial der Blogosphäre groß genug, um derartige Ziele zu erreichen? Wie müsste die Organisation aussehen? Auf welche Art und Weise wären Sie am vertrauensvollsten, dass Ihr Geld auch ankommt? Ich bin gespannt auf Ihre Antworten!


Philippinisches Kind, fotografiert von sendusout. Bestimmte Rechte vorbehalten.

9 Kommentare »

  1. Hallo Frank,
    die Idee finde ich sehr gut. Hier mal meine Gedanken dazu: Mir wäre in der Abwicklung Transparenz sehr wichtig. Wann kommt das Geld dort an, wofür wird es verwendet. Man müsste auch noch im weiteren Verlauf darüber berichten. Kommt auch wirklich jeder Euro an oder fließen Anteile der Spenden in “Verwaltungsaufgaben”. Wenn ja, wieviel und wofür. Nimmt nicht auch Paypal Gebühren? Könnte nicht der Trägerverein ein Projekt-Konto für die Aktion einrichten? So ein Verein stellt doch sicher auch Spendenquittungen aus. Verbreiten müssten man diese Aktion natürlich auch noch.

    Kommentar von Ina (Blogpaten) — 29. Januar 2009 @ 9:35

  2. [...] Frank Abel startet auf seinem Blog eine Spendenaktion und bittet um Unterstützung: Kinderpatenschaften & Welthungerhilfe - Wie Blogs helfen können. [...]

    Pingback von Vernetzungs-Mashup: Januar 09 :: Blogpatenschaften - Wir fördern Vernetzung — 29. Januar 2009 @ 9:45

  3. Hallo Ina,

    das sind sehr schöne Vorschläge, die ich berücksichtigen werde. Vielleicht gibt es ja auch Alternativen zu PayPal.

    Die Spendenquittungen darf ich als Privatperson natürlich nur bis zu einer gewissen Höhe ausstellen, es wäre also eine gute Idee, wenn sich mariphil direkt mitbeteiligen würde.

    Konkrete Ideen zur Transparenz habe ich bisher nicht. Wie könnte ich die gewährleisten, mit einem für eine Privatperson vertretbarem Aufwand?

    Kommentar von Frank Wettert — 30. Januar 2009 @ 12:38

  4. Der Wetterfrosch wird wohltätig. So gefällst du mir frank! Ich bin jedenfalls gespannt was aus der Aktion wird!!!

    Kommentar von Piet — 2. Februar 2009 @ 22:42

  5. [...] Kinder startete vor einigen Tagen der Medienmeteorologe Frank Abel in seinem Blogartikel: “Kinderpatenschaften und Welthungerhilfe - Wie Blogs helfen können“. « Wirtschaftswandel durch [...]

    Pingback von Kinderpatenschaften auf den Phillipinen — 2. Februar 2009 @ 23:06

  6. Hallo Frank,

    ich halte das ebenfalls für eine gute Idee. Aber wie Ina sehe ich das große Problem in der Transparenz des Prozesses. Wer gerantiert mir, dass das Geld auch wirklich sinnvoll verwendet wird? Ist es möglich für eine ganz bestimmte Aktion zu spenden?

    Sehr viele Hilfsorganisationen weisen darauf hin, dass eine Mitgleidschaft und regelmäßiges Spenden nachhaltiger und für die verwaltenden Organisationen besser ist, da diese sich ebenfalls langfristig finanzieren müssen. Im Sinne des Web 2.0 stehen reichlich Möglichkeiten zur Verfügung solche Projekte zu unterstützen.

    Mich würden Informationen, News und Videos zu den Projekten interessieren, die ich unterstütze - dann hätte ich sie aber gern aus erster Hand, regelmäßig und entsprechend aufbereitet. Das kannst du ganz sicher - aber ist die Organisation, die du unterstützen willst dazu in der Lage?

    Just my 2cents

    Gruß,

    Anwar

    Kommentar von Anwar — 9. Februar 2009 @ 11:12

  7. Schließe mich meinen Vorschreibern an - gute Idee. Allerdings weiß ich nicht, ob das von Anwar angesprochene so ohne weiteres umzusetzen ist.

    >> dann hätte ich sie aber gern aus erster Hand, regelmäßig und entsprechend aufbereitet.

    Für eine Person ist dies schon ganz schön viel Aufwand und die Organisationen kriegen das meiner Meinung nach auch nicht gerade zufriedenstellend hin.

    Kommentar von Pate — 9. Februar 2009 @ 11:25

  8. @Baby,

    sehr schön. Dann melde Dich noch einmal bei mir wegen der Kontaktdaten, ja?

    Kommentar von Frank Wettert — 6. März 2009 @ 19:02

  9. Guten Abend,
    was ist eigentlich draus geworden?
    Viele Grüße, Ina.

    Kommentar von Ina (Blogpaten) — 4. November 2009 @ 20:58

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