Extremwetterkongress-Log – Teil 3 – Einstürzende Neubauten

Feb 19, 2009 @ 08:40 pm by Frank Wettert

 

Selten hat es mich so amüsiert, den Namen einer Band zu schreiben. Denn “einstürzende Neubauten” passt so hervorragend zum Klimahaus, dass ich gerade selbst breit grinsen musste, als ich es tippte. Ich erkläre Ihnen jetzt, warum:

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Aber bevor ich das wirklich tue, nur ein kleines Wort zur Planung: Ich schaffe es momentan zeitlich nicht, auf die Vorträge einzugehen. Vielleicht lege ich eine kleine Nachtschicht ein, um mindestens einen noch für Sie verfügbar zu machen, ich kann es aber bei aller Blogger-Leidenschaft nicht versprechen.

Da die Zeit drängt, prügele ich jetzt wie wild auf diese Tastatur ein, auf dass sie Ihnen die notwendigen Eindrücke zum Tag vermittele. Natürlich nur in Stichpunkten:

Erster Eindruck
Beginnen wir mit den positiven Aspekten: Der menschliche Umgang unter den Meteorologen, seien sie vom DWD, von Meteo Service, von meteomedia oder gar von Donnerwetter.de war wirklich erstaunlich angenehm. Gegenseitiger Respekt, lässige Umgangsformen. Genau so, wie ich mir ein harmonisches Leben unter Kollegen wünsche. Hier also durch die Bank keine Abstriche, und man muss ja zugeben, dass das schon das Wichtigste an der Sache ist.

Alles Menschliche war positiv
Konkret hat mich besonders der Erstkontakt mit Dr. Karsten Brandt von Donnerwetter.de positiv beeindruckt. Er ist ein sehr unprätentiöser, angenehmer Gesprächspartner. Insbesondere scheint er verstanden zu haben, was viele andere Leute nicht verstehen, die im Internet kritisiert werden: Wenn man sich über etwas aufregt, so geht es meist die Sache an sich mehr an als die Person. Der Käse an sich ist das, worüber hier gewettert wird, nicht die Person. In dem Sinne war es schön, Karsten kennenzulernen. Er möge sich aber sicher sein, dass ich an dieser Stelle weiter über eventuelle Gurken berichten werden, so ich sie finde.

Der zweite angenehme Kontakt war der mit einem Leser und seinerseits selbst Blogger im meteorologischen Bereich, Jens Christian Heuer. Er informierte sich an unserem Stand und war auch derjenige, der Mojib Latif die unangenehme Frage stellte, ob die Sonne denn nicht doch einen Einfluss auf die Globaltemperatur habe (Youtube-Video folgt).

Klimahaus des Grauens
Nun kommen wir aber noch zu den wirklich bemängelnswerten Punkten. Ich möchte es so ausdrücken: Fühlen Sie sich wohl, wenn Sie in einem Raum sitzen, das sich als Provisorium unter einer Beinahe-Rohbaustelle befindet? – Weniger zart Besaitete mögen hier noch überzeugt nicken. Würden Sie sich aber immer noch wohl fühlen, wenn plötzlich ein urlautes Getöse die Decke über Ihnen zum Wackeln bringt, sodass auch ein paar Staubkrümel herabrieseln? Denn genau dies passierte am heutigen Morgen. Wir hatten wirklich Angst, dass uns die Decke auf den Kopf fallen würde. Einstürzende Neubauten eben.

Das Klimahaus ist leider zurzeit noch mehr eine Baustelle als ein Haus. Und dass die Bauarbeiten wohl bei Weitem nicht so voran geschritten sind, wie das die Organisatoren gerne gewollt hätten, sieht man an jeder Ecke: Teppiche werden über unbebaute Fußböden gelegt, Beton starrt einen an jeder Ecke an. Das Schlimmste aber war nicht zu sehen, sondern zu fühlen. Es zog an jeder Ecke. Leider war es besonders im Vortragsraum selbst besonders zugig, sodass eine Schnupfen-Pandemie von Bremerhaven ausgehend ziemlich wahrscheinlich ist.

Stop and Go im Internet
Schön ist es, wenn man auf einer Messe einen WLAN-Zugang gestellt bekommt. Die eigenen Seiten der Firma sind erreich- und präsentierbar, ständig aktuelle Radarplayer zeigen Schnee, Schneeregen und Regen an. Brandaktuelle Informationen können den wissbegierigen Kunden jederzeit mitgeteilt werden.

Was ist aber, wenn der entsprechende Server sofort einbricht, sobald alle Firmen auf ihn zugreifen? Und was ist, wenn man sich statt des WLAN-Zugangs ein Kabel organisiert, und auch hier das Internet immer wieder ausfällt? Ich nehme schwer an, dass Sie nicht nach Bremerhaven fahren und diverse Messestände besuchen, nur um mit einer übergroßen Beamer-Version der Seite “diese Seite ist momentan nicht erreichbar” begrüßt zu werden. Ich bin gespannt, wie es damit morgen weitergeht.

(Dieser Bericht hat noch keine Bilder, wie Sie sehen. Wird aber nachgeliefert.)

2 Kommentare »

  1. Uiuiui! Der Jens Christian Heuer schreibt aber lange Blogeinträge, wenn auch seltener als Du. Aber schöne, große Karten hat er.

    Kommentar by Daniel Weigelt — 20. Februar 2009 @ 0:03

  2. Hallo Daniel,

    ist etwas schwerer verdaulich, diese Kost, das gebe ich zu. Immerhin steckt aber sehr viel Mühe dahinter, wie man merkt. Und ich bin vor allem jetzt müde.

    VIP-Abendessen mit Moderatoren. Sehr nett, aber auch sehr lang. Also bis morgen!

    Kommentar by Frank Wettert — 20. Februar 2009 @ 0:21

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