Extremwetterkongress: Inge Niedeck (ZDF)

Mrz 26, 2007 @ 06:53 pm by Frank Wettert

Extremwetter im Fernsehen lautete mein persönliches Highlight auf diesem Extremwetterkongress. Wobei ich zugeben muss, dass ich auch nicht bei sehr vielen mit meiner Anwesenheit glänzen konnte.

Inge Niedeck

(Quelle: http://www.nzsen.de/moderation/i_niedeck.JPG)

Inge Niedecks Vortragsstil war sehr sicher, seriös und sympathisch. Beginnen wollte sie mit einer DVD, auf der ein Zusammenschnitt zu sehen sein sollte zur Berichterstattung des Orkans Kyrill. Allerdings wollte der Beamer nicht so recht mit dem Software-DVD-Player mithalten, sodass auf der Leinwand nur ein Rauschen zu sehen war. Beeindruckend locker-flockig kommentierte Frau Niedeck trotzdem weiter, während Frank Böttcher versuchte, den anderen Laptop präsentationsbereit zu bekommen, was auch irgendwann klappte, und von großem Applaus begleitet wurde, mit der entsprechend aufgelockerten Stimmung.

Auch die DVD selbst war stimmungsvoll und bestand aus einer Collage von Berichterstattungen, unter anderem wurde gezeigt, wie zum Orkan vom Hohenpeißenberg aus berichtet wurde, mit entsprechenden Gleichgewichtsproblemen durch die 12er-Böen. Den Abschluss bildete der komplett verpatzte Start einer heute-Sendung am Tag nach Kyrill, 19. Januar 2007. Zunächst hatte Claus Kleber nicht den “Knopf im Ohr”. Anschließend wollte bei einer Schaltung zum Kölner Hauptbahnhof die Tonleitung nicht stehen, schließlich startete die MAZ der Berichterstattung gar nicht. Mit anderen Worten: in den ersten drei Minuten ging ausnahmslos alles schief. Herrlich, auch dieses Pannenspektakel in die Zusammenfassung zu integrieren, zeigt es doch auch die Bereitschaft zur Selbstironie. In keiner Weise wurde dadurch an der Seriosität der Wetterberichterstattung an sich gekratzt, eher im Gegenteil.

Passend dazu wurde auch gleich der zweite technische Aussetzer für den Vortrag selbst hinterhergeliefert: die Fernbedienung für PowerPoint war nicht zu benutzen, sodass Frau Niedeck nicht von selbst von einem Punkt zum nächsten springen konnte. Aus diesem Grund wurde der Vortrag immer wieder mal durch “und jetzt kannst Du weiter machen…noch einen weiter, nein, jetzt wieder zurück” in Richtung Frank Böttcher untermalt (Untermalt, nicht unterbrochen, denn die Sicherheit, mit der sie trotzdem durch den Vortrag fand, war wirklich beeindruckend).

Inhaltlich ging es bei diesem Vortrag schwerpunktmäßig um das Warnmanagement an sich. Inge Niedeck legte Beispiele von Wetter.com, der Unwetterzentrale, dem ZDF und dem DWD (so weit ich weiß für den selben Zeitraum) nebeneinander und monierte, dass nicht die gleiche Färbung und nicht die gleichen Warnregionen zu sehen seien. Es ging also um das Single-Voice-Prinzip, alle Verantwortlichen sollten sich an einheitliche Warnungen halten, das sie hier deutlich favorisierte. (Nach Reihenfolge und Auswahl der Präsentation ist mein persönlicher Eindruck, dass sie dabei vom DWD als zukünftige Warnquelle ausgehen möchte. Ob dieser das Maß aller Dinge ist, darüber kann man allerdings trefflich streiten)

Interessant auch die anschließende Befragung. Aus dem Auditorium wurde die Frage gestellt, ob denn bei derart extremen Unwettern nicht ein ständig aktualisiertes Laufband in das Programm eingeblendet werden könne, nach amerikanischem Vorbild neben etwa regelmäßiger Einblendung eines Satellitenbildes. In der Hinsicht sei das deutsche Fernsehen dem amerikanischen wohl noch eine ganze Menge hinterher…Inge Niedeck wie auch wohl die meisten im Hörsaal waren dieser Idee sehr zugetan. Hier kommt es nun allerdings auf die Sichtweise der Sender-Verantwortlichen an. Bis hierhin, das wissen alle, die mit Medien und Wetter zu tun haben, ist das Bewusstsein noch nicht vorgedrungen.

Fazit: auch für Laien faszinierender und unterhaltsamer Vortrag. Der Einblick in den ZDF-Ablauf war gelungen und die Präsentation fesselnd. Man merkt deutlich, dass Inge Niedeck für ihr Fach wie geboren ist. Glückwunsch!

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6 Kommentare »

  1. Frau Inge Niedeck verwendet zu oft ihr Schlagwort “potenzial”

    Kommentar by Peter H. Form — 14. Juni 2007 @ 19:30

  2. Ach, jeder hat doch seine Eigenheiten. An Frau Niedecks Stelle ist diese Kritik fast als Lob zu verstehen.

    Kommentar by Frank Wettert — 14. Juni 2007 @ 20:40

  3. Frau Niedeck präsentiert für mich das Wetter aus einer
    einzigartigen Mischung aus Kompetenz, Charme und
    Attraktivität

    Kommentar by Peter Rudert — 27. Oktober 2007 @ 20:17

  4. toll, diese nette frau – sehr seriös, fachlich super und attraktiv

    sie ist richtig gut im jetzigen jugenwahn

    Kommentar by klaus-michael schwarz — 26. Juli 2008 @ 22:51

  5. [...] waren von Frank Böttcher und Alexander Hübener unter anderem die Moderatoren des ZDF Inge Niedeck und Gunther Tiersch, Mitarbeiter des SF METEO Teams, unter anderem Thomas Jordi, außerdem [...]

    Pingback by Extremwetterkongress-Log - Teil 4 - All zu Menschliches und Intimes » Frank Wettert — 24. Februar 2009 @ 15:02

  6. Ich bin mit Ihrer Beiträge, vielen Dank für dieses sehr beeindruckt.
    wood doors

    Kommentar by Clark Baker — 7. Dezember 2011 @ 8:10

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