Die Eisheiligen – Wie die Bauernregel gleichzeitig Quatsch und sinnvoll sein kann
Es geht auf den Mai zu, und besonders alle die, die doch die ein oder anderen Pflänzchen im Garten oder auf wachstumsfreundlichen Kleinflächen wie in Balkonkästen haben, werden die Sprüche der Erfahrenen kennen, die sagen: “Wart’ lieber noch die Sophie (bei uns in Ostwestfalen sprich: [ßóffi]) ab, sonst friert das noch.” Mit der “kalten Sophie” ist die letzte der Eisheiligen gemeint. Landläufige Meinung ist, dass es um die Zeit der Eisheiligen, die zwischen dem 11. und 14., meist auch noch 15. Mai liegen, noch einmal einen Kälterückfall geben kann, der den Pflanzen den frostüberzogenen Garaus macht.
Nun, das ist Quatsch.
Ich möchte Ihnen aber trotzdem sagen, warum Sie diese Regel beherzigen können:
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YiGG
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Wong it!

Eine Brücke schlagen zwischen den
Generationen. Das ist zum Beispiel
durch früheste Weitergabe von
Bauernregeln wie der der “Eisheiligen”
möglich
Die Eisheiligen – Kalte Bischöfe und Märtyrer
Zunächst muss dabei aber natürlich noch klargestellt werden, wer die Eisheiligen sind, wieso die Regel nicht stimmt, und wieso sie deswegen auch nicht in meinen 10 besten Bauernregeln auftaucht.
Die Eisheiligen nennen sich Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und die Kalte Sophie und werden vom 11. bis 15. Mai geehrt. Voller Leiden ist ihre Geschichte, denn es sind Bischöfe und Märtyrer. Ihre Geschichte, inhaltlich von punkig-aufmüpfig bis brutal und bemitleidenswert, kann man hier nachlesen.
Für uns an knackigen Informationen Interessierte ist dies hier interessant: Der Ratschlag ist, dass vor dem 11. bis 15. Mai keine empfindlichen Blumensamen ausgesät werden sollten, da hier die letzten Nachtfröste auftreten. Die Stammleser, die wie hoffentlich auch Sie jetzt schon nach dem Knopf zum Abonnieren meines Blogs suchen, wissen, dass man Bauernregeln tunen kann, so wie in meinem Siebenschläfer-Bericht beschrieben. Nach der gregorianischen Kalenderreform müssten die Eisheiligen nämlich zwischen dem 18. und 22. Mai stattfinden. Auf Bauernregeln.net wird von den “Auswirkungen der Eisheiligen” gesprochen.
Erstens: Die Eisheiligen sind Quatsch
Denn sie wurde untersucht, und zwar von Horst Malberg in seinem Bauernregeln-Buch (hier der Amazon-Link). Dabei wurde die mittlere Häufigkeit von Frosttagen (Tiefsttemperatur in 2 Metern Höhe, also die übliche “Wettervorhersage-Temperatur” unter 0°C) aus 80 Jahren und die der Bodenfrosttage (Tiefsttemperatur in 5 cm Höhe, also direkt am Boden) aus 53 Jahren ermittelt.
Das Ergebnis ist erwartungsgemäß: die Bodenfrostwahrscheinlichkeit sinkt von 39% in den ersten 5 Mainächten kontinuierlich auf 5% um den 20. Mai herum ab. Es gibt also keinen typischen Zeitraum für Kälterückfälle im Mai. Darum ist die Bauernregel Quatsch.
Zweitens: Die Eisheiligen sind sinnvoll
Trotzdem sollte man immer auf seine Oma hören, und auch auf solche Frauen, die altehrwürdige Namen tragen, in diesem Fall Sophie. Selbst, wenn sie kalt ist. Denn man muss die “Eisheiligen” aus einer ganz anderen Perspektive betrachten. Gerade im Mai darf man nämlich nicht vergessen, dass alles grünt und blüht. Immer mehr Blüten entstehen, die dann nur noch wenig Überlebenswillen zeigen, wenn Ihnen Minusgrade über die Stängel rutschen.
Darum, und das ist das Entscheidende, ist ein Frost immer schädlicher, je später er im Jahr stattfindet. Sie sollten tatsächlich die Eisheiligen, vielleicht sogar besser bis zum 20. Mai abwarten, bis Sie empfindliche Sommerblumen pflanzen oder sonstige Samen in die Gegend streuen.

[...] LOL, da hat sich Frank Wettert wieder einen zusammengeschrieben! Es geht um diese Bauernregel, die Eisheiligen. [...]
Pingback by Eisheilige mit Oma! » — 17. April 2008 @ 6:55
[...] Dass der Muttertag in diesem Jahr auf den 11. Mai fällt und damit gleichzeitig der erste der Eisheiligen ist, sollte man bitte nicht als Omen nehmen. Viel lieber sollte man rechtzeitig angemessene [...]
Pingback by Das Wetter am Muttertag 2008 » Frank Wettert — 25. April 2008 @ 23:26