Update zu Orkantief THOMAS für Weiberfastnacht und Freitag

Kölner Karneval 2016 im Regen. Bildlizenz: Creative Commons CC-BY-2.0
„Kölner Karneval 2016 im Regen“ von Marco Verch. Bildlizenz: Creative Commons CC-BY-2.0

Eigentlich war nicht geplant, dass ich heute auch noch etwas in dieses Blog schreibe. Wenn viel Wetter ist, gibt es auch viel zu tun.

 

Aber da Uwe Schulz dankenswerterweise bei WDR 2 auf diese Seite hingewiesen hat, möchte ich Sie auch nicht im waagerecht fliegenden Regen stehen lassen.

Erkenntnisse zur Gefahr von Orkanböen in aller Kürze

Mittlerweile haben die Vorhersagemodelle eine leichte Tendenz dazu, das Orkantief THOMAS, das sich gerade über der Nordsee klein und prächtig entwickelt, etwas südlicher ziehen zu lassen. Vermutlich handelt es sich um eine Shapiro-Keyser-Zyklone. Das ist für Laien jetzt weniger interessant, aber (Hobby-)Meteorologen werden wissen, dass dabei die Böen an der entsprechenden Kaltfront noch etwas aggressiver werden können, als die üblichen Modelle das prognostizieren.  Wer mehr dazu wissen möchte, dem empfehle ich diesen exzellenten Artikel über Sturmwirbel.

[UPDATE 23.02.2017, 04:50 Uhr]: Das folgende, hoch aufgelöste Vorhersagemodell trifft zumindest das von mir erwartete Ausmaß der Windspitzen aus heutiger Sicht ganz gut:


Orkantief THOMAS: Vorhersage der Windspitzen im 1-stündigen Abstand von Donnerstag, 23.02.2017, 8 Uhr bis Freitag, 24.02.2017 11 Uhr MEZ aus dem französischen, hoch aufgelösten ARPEGE Vorhersagemodell

Wo ist der Sturm am stärksten?

Sie sehen die Skala? Nach diesem Modell ist die Hauptgefahrenregion in der Nacht zum Freitag das südliche Niedersachsen und nördliche Nordrhein-Westfalen, die Südhälfte Sachsen-Anhalts bis nach Thüringen, und dann kämen das südliche Brandenburg und Sachsen an die Reihe mit örtlichen (! örtlich = es findet längst nicht überall statt) orkanartigen Böen, und die liegen zwischen 104 und 118 km/h. Beachten Sie aber auch das Timing; Die Spitzenböen kommen erst hinter der Kaltfront recht spät. Das absolute Maximum legt dieses ARPEGE-Vorhersagemodell an den Niederrhein bis in das Ruhrgebiet mit Orkanböen von örtlich um 120 km/h! Das sind Windspitzen, die noch spürbar unterhalb von Orkantief KYRILL liegen (damals Düsseldorf 144 km/h). Außerdem ist dieses eine deutlich kleinräumigere Art von Sturm. Dennoch sind größere Schäden wie umstürzende Bäume, umher fliegende Dachziegel vorprogrammiert. Rechnen Sie also mit Problemen bei Bus, Bahn und Flugzeug.

Und noch etwas: Ich möchte Sie bitten, diese Modellausgabe dort oben nicht zu wörtlich zu nehmen. Es ist ein Vorhersagemodell, eine Berechnung unter vielen, das ich aber ausgesucht habe, weil es meiner Meinung nach der erwarteten Entwicklung am nächsten kommt (tendenziell übertreibt es wahrscheinlich etwas). Und denken Sie sich auch ein Unsicherheitsintervall um diese roten Areale, da Zugbahn und auch Art des Sturmtiefs sich noch ändern können. Den genauen Schwerpunkt kann man wohl erst morgen im Tagesverlauf ausmachen. Ich werde dazu morgen auf WDR 2, NDR 1 Niedersachsen, radio SAW und Co. sicherlich noch Genaueres sagen können. Bis dahin orientieren Sie sich am besten an folgender Unwetter-Warnkarte unserer Unwetterzentrale:

Unwetter-Warnungen für Deutschland aktuell
Aktuelle Warnkarte der Unwetterzentrale

Oder, wenn Sie Fragen haben: Stellen Sie sie doch einfach hier in den Kommentaren!

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