Autolack, der Strom produziert – Die Zukunft der Photovoltaik

Aug 06, 2008 @ 03:02 pm by Frank Wettert

Solar-Panels heuteMittlerweile dürften wir sie alle gesehen haben, die schwarzen Solarpanels auf den Dächern einiger Häuser. Just ist in meiner Nachbarschaft solch eine Dachhälfte komplett besetzt worden, und ich muss sagen, dass es das Haus weniger hässlich macht, als ich eigentlich dachte. Photovoltaik heißt die Technologie, die direkt aus den Sonnenstrahlen Strom produziert. Viel faszinierender ist dabei ein Blick in die Zukunft.

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Denn zwei Hindernisgründe gibt es im Moment noch, sich seinen Strom aus der Sonne selbst zu produzieren: Bekommt man schon Kreislaufprobleme, wenn man sich die reguläre Stromrechnung ansieht, so rechnet sich eine Photovoltaik-Anlage auch erst nach einiger Zeit. Manche schrecken auch vor der Ästhetik zurück, weil die Panels einfach noch zu wuchtig aussehen. Es hat sich in den letzten Jahren allerdings viel getan in dieser Hinsicht.

Wie funktioniert Photovoltaik?
Zunächst einmal zum grundsätzlichen Prinzip: der wirkende Bestandteil eine Solarzelle ist Silizium. Wenn Sonnenstrahlen auf das Panel fallen, dann wandern Elektronen an die Oberfläche. Und wenn sie nach oben wandern, dann müssen sie in tieferen Schichten natürlich fehlen. Schließt man nun ein Gerät an, dann beginnen die Elektronen zu wandern. Und dies ist nichts anderes als Strom.

Bürofenster, die Strom produzieren
Photovoltaik: Bürofenster, die Strom produzierenAllerdings sind die großen Panels oft zu klobig und unhandlich, wenn man sie großflächig einsetzen will. Viel faszinierender ist die Idee der Dünnschichtzelle. Dabei wird nur wenig vom teuren Silizium verbraucht, dieses wird dann auf eine Glasplatte gedampft. Heraus kommt eine dunkel getönte Scheibe, die in der Lage ist, Strom herzustellen. Wenn man ein Büro-Hochhaus mit diesen Glasplatten bestückt, so könnte man den Eigenbedarf des Gebäude an Strom bereits decken und hätte im Innenraum weniger Einstrahlung, was auch noch gut für die Klimatisierung ist.

Autolack, der Strom produziert
Autolack, der Strom produziertEs geht aber noch trickiger. Als Versuchsprojekt werden mittlerweile Lacke hergestellt, die auch Strom produzieren können. Dabei benutzt man Farben, die das Licht absorbieren (oder wie Oma sagt: die das Licht anziehen) und mischt diese gleichzeitig mit einem Halbleiter, zum Beispiel Zink und Nitrat. Wenn man nun das Autoradio oder die Lichtmaschine anschließt, dann kann dieser Lack aus Sonnenlicht tatsächlich Strom produzieren und die Batterie wieder aufladen. Die ersten Versuche in dieser Hinsicht sind auch durchaus vielversprechend!

Zukunft mit Sonnenenergie?
Würde man sich also voll auf die Photovoltaik-Technologie einlassen, so könnte man sich eine faszinierende Zukunft vorstellen: Mitte dieses Jahrhunderts scheint die Sonne auf Gebäude, Häuser und Straßen, alle beschichtet mit Strom produzierenden Oberflächen. Die Stadt wäre ihr eigenes Kraftwerk, ohne dass man dies optisch bemerken würde. Gleichzeitig benutzt man überschüssigen Strom im Sommer, um etwas Wasserstoff herzustellen. Damit treibt man dann Brennstoffzellen an, die den Winter über die Städte mit Strom versorgen.

Zukunftmusik, aber vom aktuellen Stand der Forschung doch denkbar.

8 Kommentare »

  1. Ich glaube auch das die Zukunft der Sonen- aber auch der Windenergie gehört. Wenn man bedenkt wie jung die Technik noch ist.

    Gedanklich muss man ja nur einmal vergleichen was aus dem Ottomotor wurde. Der war am Anfang auch nicht das goldene vom Ei.

    Kommentar by steffen — 7. August 2008 @ 3:13

  2. Zu dem Abschnitt “Autolack, der Strom produziert”:
    Eine Lichtmaschine ist ein Generator, erzeugt also Strom aus der mechanischen Motorbewegung. Somit ist es sicher nicht die Lichtmaschine die an den Solarlack angeschlossen wird da sie kein Verbraucher ist, der PV-Lack-Gedanke ist dennoch zukunftsweisend.

    Ergänzend zu “Bürofenster, die Strom produzieren”:
    Dünnschichtzellen haben einen wesendlich geringeren Wirkungsgrad als die herkömmlichen PV-Module (derzeit ca. 2/3 weniger) und als durchsichtige Fensterausführung vermutlich noch weniger. Trotzdem ist der Energiegewinn bei einer kompletten Bürohausfassade sicher nicht unbeträchtlich.
    Persönlich sehe ich die nahe Zukunft der PV erstmal in einer Standardisierung der Hausbedachung die von vornherein nur aus PV-Modulen besteht und somit z.B. die Dachziegel auf der Sonnen zugewandten Dachfläche eines Giebeldaches ersetzt.

    Kommentar by hank — 22. Oktober 2009 @ 11:17

  3. Ja klar ist diese Autolack Technik noch nicht so ausgereift, wenn man bedenkt das sie erst seit kurzem existiert. Das ist aber mit allem so, nicht nur mit dem Autolack ;-)
    Klingt auf jedenfall vielversprechend, besonders wenn bald mehr und mehr Elektorautos fahren werden.

    Kommentar by Jerome — 22. Dezember 2009 @ 12:06

  4. Gibt es eigentlich schon was Neues von diesem Autolack? In der Presse ist mir nichts unter gekommen. Ich fand die Idee nicht schlecht..

    Kommentar by sekes — 15. Juli 2010 @ 19:58

  5. Hört sich nach Si-Fi an. In der Vergangenheit tat sich auf diesem Gebiet nicht viel. Hoffentlich wird die Entwicklung beschleunigt, so dass wir es noch im Einsatz erleben.

    Kommentar by Stromsparer — 26. September 2010 @ 21:34

  6. Bei Photovoltaik-Anstrichen im großen Maßstab ist die Technik in der Tat noch nicht angekommen, wenn auch die Dünnschicht-Technik, bei der die Solarzellen auf eine Folie aufgedampft werden, in Manchem ebenso Sci-Fi-mäßig erscheinen wie der Autolack … .
    Immerhin, es werden ständig neue Materialien versucht. Erst kürzlich – Juli 2010 – wurden an der Uni Leipzig dünnschichtige Werkstoffe probiert, die immerhin bis zu 25% Wirkungsgrad aufweisen.
    Wenn man betrachtet, dass der Ursprungs-Artikel erst zwei Jahre alt ist, in dem zu Beginn erst einmal erläutert werden musste, worum es sich bei der Photovoltaik handelt – und sich die Entwicklung seitdem ansieht, welchen Bekanntheitsgrad die Photovoltaik heute, Ende 2010, erhalten hat, scheinen Zukunftsträume nicht mehr ganz so fern.
    Die Entwicklung bleibt rasant!

    Kommentar by Photovoltaikanlage Solaranlage — 19. Oktober 2010 @ 2:11

  7. Das ist doch mal eine geile Sache. Wenn so umweltfreundliche Energie gewonnen wird, dann bin ich für die Öko-Nummer. Sinnvolle Energiegewinnung und nicht teuer subventionierter Ökostrom, der keinem etwas bringt. Lieber so einen innovativen Lack, als Downsizing.

    Kommentar by Julia — 22. Oktober 2010 @ 11:33

  8. Ich denke auch,dass dies die Zukunft sein wird. Die Technik wird sich verbessern und soooooo langsam müssen wir an alternativen denken.

    Kommentar by Thorsten — 28. November 2010 @ 17:45

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