5 Weihnachtsmarkt-Artikel, deren Herkunft Sie kennen sollten

Nov 06, 2007 @ 09:51 am by Frank Wettert

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Da mich bei den heutigen Temperaturen der nach Zimt riechende Geist der Vorweihnachtszeit überfallen hat, möchte ich einmal nicht über das Wetter sprechen (obwohl es besonders in puncto Wind einiges zu bieten hat), sondern mit Ihnen gedanklich über Ihren hübschesten Weihnachtsmarkt schlendern und Ihnen zeigen, woher die typischsten der dort hängenden Artikel stammen.

Weihnachtsmarkt Frankfurt, von salomon10
Freuen Sie sich schon? Der Weihnachtsmarkt in Frankfurt 2006, von salomon10 auf flickr



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1. Glühwein

Glühwein, von BrunoDer Glühwein, in der Weihnachtsmarkt-Version oft eine Art mit Zucker und Gewürzen vertuschter Tetra-Pak-Billigwein, hat seinen Ursprung in der römischen Zeit. Das erste Rezept über einen gewürzten Wein namens Conditum Paradoxum finden wir im bekannten Kochbuch des Marcus Gavius Apicius, De re coquinaria (über die Kochkunst). Im Mittelalter genoss man kalte Gewürzweine wie Hippocras oder Clairet. Bei diesen war die Gewürzzusammensetzung schon mit der unseres Glühweins eng verwandt.

2. Punsch

Punsch, von Aaron TD auf flickrDas Wort Punsch stammt aus dem Indischen und bedeutet so viel wie “fünf”. Und so stammt dieses Heißgetränk mit seinen fünf “Zutaten” Wasser, Weingeist, Zucker, Gewürzen und Feuer auch aus Indien. Britische Kolonialisten brachten den Punsch im 17. oder 18. Jahrhundert zu sich nach Hause, wo er zu dieser Zeit Lieblingsgetränk derjenigen wurde, die sich selbst als Tories bezeichnen, also den Konservativen.

In den letzten zwei Jahrhunderten bildeten sich daraus mehrere Variationen aus, die bekannteste ist wohl die Feuerzangenbowle oder der Eierpunsch. Im Zeitalter der Konkurrenz treibt der Punsch heutzutage wilde Blüten, wie auf dem Bild zu sehen ist, wenn man es anklickt.

3. Esskastanien/Maronen/Maroni

Abu Farwah, von IbrahimZen auf flickrEssbare Kastanien, eine weiterentwicklung gewöhnlicher Edelkastanien, wurden im großen Stil in den südöstlichen Ausläufern des Zentralmassivs in Frankreich, dem Nationalpark Cevennen, auf den Kanarischen Inseln, Korsika und Madeira auf Terrassen angebaut. Hier waren Sie seit vom 14. bis 17. Jahrhundert Hauptnahrung. Woanders diente die Kastanie als Ersatznahrung bei misslungenen Ernten. Später wurde entdeckt, dass Sie geröstet eine wärmende Nahrung für den Winter darstellen, womit sie ihren Weg in die Weihnachtsmärkte fand.

4. Lebkuchenherzen

Christmas hearts, von manganiteDer Lebkuchen ist sehr alt und geht auf die Ägypter zurück. Man fand die ersten Rezepte von mit Honig gesüßtem Kuchen 350 v.Chr. Unser heutiger Lebkuchen wurde das erste Mal in Ulm als Pfefferkuchen erwähnt, das war im Jahr 1296, stammt aber eigentlich aus Belgien, genauer aus Dinant. Das Wort “Lebkuchen” stammt dabei vermutlich aus dem altdeutschen Wort “lebbe” (= sehr süß) oder aus leitet sich von dem lateinischen Wort für Fladen (”libum”) ab.

Die Lebküchnerei in Deutschland wurde dann durch fränkische Klosterbrüder eingeführt, sie kamen auch auf die Idee, den Kuchen auf eine hostia oblata, auf ein Oblate zu setzen, damit er beim Backen nicht festklebt. Der Nürnberger Lebkuchen ist auch bis heute ein Begriff. Das liegt daran, dass Nürnberg günstig an den Handels- und Gewürzstraßen lag, gleichzeitig wurde in der Gegend um Nürnberg die Bienenzüchterei stark betrieben. So waren alle Zutaten leicht zu bekommen.

5. Christstollen

Christstollen, von kochtopfDer Christstollen war ursprünglich eine Fastenspeise für die Adventszeit. Erstmals erwähnt wurde er im Jahre 1329 in Naumburg an der Saale im heutigen Sachsen-Anhalt. Seine Form und die berühmte weiße Zuckerschicht sollen an das gewickelte Kind in der Krippe erinnern.

Der berühmte Dresdner Christstollen ist die Festtags-Variation, die wohl auf einen Hofbäcker aus Torgau in Sachsen zurückgeht. In Dresden tauchte das “Christbrod” 1474 das erste Mal auf. Die Dresdner Bezeichnung für Stollen ist allerdings Striezel, woran auch der Name des (ältesten) Dresdner Weihnachtsmarkts “Striezelmarkt”erinnert. Der Dresdner Stollen ist heutzutage wieder ein geschütztes Markenprodukt.


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2 Kommentare »

  1. [...] in Nürnberg bei 0°C, aber auch in Köln bei 2°C oder in Schwerin bei 3°C schmeckt der Glühwein. Previous post / Kategorie Wochenwetter, Wettervorhersage [...]

    Pingback von Wetter in Deutschland für die ganze Woche (KW 50, 10.12. bis 16.12.) » Frank Wettert — 10. Dezember 2007 @ 9:53

  2. [...] Auf dem Weg in Richtung Feiertage bleiben viele bestimmt auch noch länger irgendwo in Europa zum Weihnachtsurlaub. Als Einzelperson bin ich dann aber wirklich an der Grenze meiner Fähigkeiten, das Europa-Wetter auch mal eben noch bis in die kommende Woche hineinzuziehen. Sie müssen also mit dem Wetter bis zum 23.12. leben. Aber das ist doch auch schon ein schönes Spekulatius-Häppchen. [...]

    Pingback von Europa-Wetter für das Wochenende (21.12. bis 23.12.) » Frank Wettert — 20. Dezember 2007 @ 9:58

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